Ausbildungs- und Umschulungsvertrag

Ab sofort steht Ausbildungsbetrieben der IHK Südthüringen mit der Anwendung "Verzeichnisführung Online" der neue Online-Ausbildungsvertrag kostenlos zur Verfügung. Mit dieser Web-Anwendung können Ausbildungs- und Umschulungsverträge online ausgefüllt und bei der IHK eingereicht werden. Die Vorteile liegen in einer einfacheren und schnelleren Erstellung und Eintragung der Verträge. Die Firmendaten sind beim Anlegen eines neuen Vertrags bereits im Formular enthalten. Ausbilder*innen und Ausbildungsberufe, die bereits durch die IHK Südthüringen bestätigt wurden, sind hinterlegt und müssen lediglich ausgewählt werden. Vorhandene Verträge können als Vorlage für eine erneute Nutzung verwendet werden.

Die Verträge müssen nach der Freigabe durch die IHK ausgedruckt und vom Unternehmen sowie vom Auszubildenden und ggf. dessen Erziehungsberechtigten unterschrieben werden. Der unterschriebene Vertrag wird online bei der Kammer eingereicht. Bitte beachten Sie, dass der Ausdruck zur Unterschrift nur möglich ist, wenn die IHK Südthüringen den Vertrag geprüft und freigegeben hat. Die eigentliche Eintragung erfolgt erst dann, wenn Sie der IHK Südthüringen in der Anwendung mitgeteilt haben, dass der Vertrag von beiden Vertragsparteien unterzeichnet wurde und den Vertrag online eingereicht haben.

Zusätzlich zu Ausbildungs- und Umschulungsverträgen können der IHK mit der Anwendung auch Vertragsänderungen und Vertragslösungen mitgeteilt werden. Haben Sie eine*n neue*n Ausbilder*in oder möchten einen weiteren Beruf ausbilden, dann beantragen Sie die Berechtigung ebenfalls online.

Den Zugang zur Anwendung erhalten Sie, wenn Sie uns die erforderlichen Angaben mit dem Online-Formular übermitteln. Benutzen Sie die Anwendung "Verzeichnisführung Online" schon bei einer anderen IHK? Lassen Sie durch die Nutzung des Online-Formulars ganz einfach Ihre Unternehmensstandorte im IHK-Bezirk Südthüringen freischalten. Die Formulare finden Sie unter den Links.

Mit der Anwendung "Verzeichnisführung Online" kann der Ausbildungs- oder Umschulungsvertrag online ausgefüllt und an die IHK Südthüringenn übermittelt werden (papierlose Abwicklung).

Das bietet viele Vorteile für Sie:

  1. Ihr Unternehmen ist bereits heute für die ausschließlich elektronische Bearbeitung im Rahmen das Onlinezugangsgesetzes (OZG) vorbereitet.
  2. Sie erstellen Verträge deutlich einfacher.
  3. Ihre Verträge sind in kürzester Zeit bei uns.
  4. Wir prüfen die Verträge und geben diese frei. Damit können die Verträge nach Vertragsabschluss ohne Rückfragen oder Anpassungen eingetragen werden.
  5. Ihre aktuellen Ausbilder*innen und Ausbildungsberufe sind bereits hinterlegt – Sie müssen sie lediglich auswählen.
  6. Ist ein*e Ausbilder*in noch nicht hinterlegt, können Sie die Eintragung ebenfalls online beantragen.
  7. Sie können vorhandene Verträge als Vorlage für eine erneute Nutzung verwenden.
  8. Sie müssen die Verträge nicht länger in Papierform einreichen.
  9. Aufgrund der beschleunigten Bearbeitung erhalten Sie deutlich zügiger eine Eintragungsbestätigung.
  10. Sie benötigen keine speziellen Systemvoraussetzungen, sondern lediglich ein Endgerät mit Internetzugang sowie einen PDF-Reader.

Ausbildungsbetrieb

  • Zugangsdaten über unser Online-Formular anfordern. Dieses finden Sie unter den Links.
  • Erstellen des Ausbildungsvertrages in der Anwendung "Verzeichnisführung" und hochladen ggf. erforderlicher Anlagen (Erstuntersuchung, Zeugnisse etc.). Entwürfe können gespeichert und später fertig bearbeitet werden. 
  • Einreichung des Antrags auf Eintragung bei der IHK Südthüringen (Button „Einreichen“).

IHK Südthüringen

  • Prüfung der übermittelten Daten und ggf. Rückmeldung bei unvollständigen oder fehlerhaften Angaben. Die Rückmeldung erfolgt in der Anwendung. Sie werden zusätzlich per E-Mail informiert.
  • Freigabe des Antrags auf Eintragung mit entsprechender Information in der Anwendung und zusätzlich per E-Mail.

Ausbildungsbetrieb

  • Ausdruck des Ausbildungsvertrags zur Unterzeichnung aller Beteiligten.
  • Bestätigen Sie, dass der Vertrag von allen Vertragsparteien tatsächlich unterzeichnet wurde und laden Sie diesen in der Anwendung hoch.
  • Die Eintragung erfolgt erst, wenn Sie den Vertrag in der Anwendung abschließen (Button „Vertrag abschließen“).

Bitte beachten: Die IHK kann den Ausbildungsvertrag erst dann endgültig eintragen, wenn der Abschluss der IHK durch Klick auf den Button „Vertrag abschließen“ mitgeteilt wurde. 

IHK Südthüringen

  • Eintragung des Vertrags in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse.
  • Zusendung der Eintragungsbestätigungen an den Ausbildungsbetrieb und an den Auszubildenden (ggf. an dessen gesetzlichen Vertreter).

Form des Berufsausbildungsvertrages

Im Rahmen eines Berufsausbildungsverhältnisses muss entsprechend der Regelungen im Berufsbildungsgesetz (BBiG) zwischen dem Ausbildenden (Ausbildungsunternehmen) und einem/ einer Auszubildenden ein Berufsausbildungsvertrag (BAV) geschlossen werden. Diesen können Ausbildungsunternehmen der IHK Südthüringen über die Anwendung "Verzeichnisführung" erstellen und vor dem Abschuss des Vertrages durch die IHK prüfen und freigeben lassen. Der Inhalt des Vertrags ist für Berufsausbildungsverhältnisse zwingend vorgeschrieben. Dieser besteht aus drei Teilen: dem Antrag auf Eintragung in das Verzeichnis der Ausbildungsverhältnisse, der vom Ausbildungsbetrieb zu unterzeichnen ist und zwei Berufsausbildungsvertrags-Exemplaren, die beide Parteien unterschreiben müssen. Der unterschriebene Formularsatz sowie der sachlich und zeitlich gegliederte Ausbildungsplan sind vor Beginn der Ausbildung online bei der IHK Südthüringen einzureichen.

Ausbildungsdauer

Die Ausbildungsordnung bestimmt die Ausbildungsdauer. Sie beträgt in der Regel drei bzw. dreieinhalb Jahre. Die in der Ausbildungsordnung vorgegebene Ausbildungsdauer kann verkürzt werden, wenn der/ die Auszubildende ein Berufsgrundbildungsjahr oder eine Berufsfachschule mit Erfolg besucht hat. Über Anrechnungsmöglichkeiten geben die Ausbildungsberater gerne Auskunft. Ist zu erwarten, dass der/ die Auszubildende das Ausbildungsziel auch in kürzerer Zeit erreicht (z. B. Abiturienten), so kann die IHK die Ausbildungsdauer auf Antrag verkürzen. In Ausnahmefällen kann die IHK auf Antrag des/ der Auszubildenden die Ausbildungszeit verlängern, wenn die Verlängerung erforderlich ist, um das Ausbildungsziel zu erreichen, z. B. bei längerer Krankheit. Diese Anträge stellen Sie ebenfalls ganz einfach über die Anwendung "Verzeichnisführung".

Probezeit

Die Probezeit muss mindestens einen Monat und darf höchstens vier Monate betragen. Während der Probezeit kann das Ausbildungsverhältnis ohne Angabe von Gründen von beiden Seiten gekündigt werden.

Ort der Ausbildung

Der Ort der Ausbildung (Ausbildungsstätte) gibt an, wo die Ausbildung tatsächlich stattfindet. Er ist im Berufsausbildungsvertrag einzutragen. Filialbetriebe müssen ggf. Filialen erwähnen, wenn auch dort ausgebildet werden soll.

Ausbildungsmaßnahmen außerhalb der Ausbildungsstätte

Ergänzende Ausbildungsmaßnahmen sind mit Inhalt und Dauer festzulegen.

Tägliche Ausbildungszeit

Die regelmäßige tägliche Ausbildungszeit hat ihre obere Grenze im Arbeitszeitgesetz bzw. in tariflichen Regelungen. Für Jugendliche ist das Jugendarbeitsschutzgesetz zu berücksichtigen.

Urlaub

Der Mindesturlaub ergibt sich aus dem Jugendarbeitsschutzgesetz, dem betreffenden Tarifvertrag oder dem Bundesurlaubsgesetz. Der Urlaubsanspruch ist für jedes Kalenderjahr (nicht Ausbildungsjahr) ggf. auch anteilig in den Vertrag einzutragen.

Sonstige Vereinbarungen

Der Berufsausbildungsvertrag darf keine Vereinbarungen enthalten, die dem Sinn und Zweck der Berufsausbildung widersprechen oder zu ungunsten des/ der Auszubildenden von den gesetzlichen Vorschriften abweichen. Im Vertrag müssen Tarifverträge oder Betriebsvereinbarungen bezeichnet werden, denen der Vertrag unterliegt.

Die Ausbildungsvergütung - ein wichtiger Bestandteil des Berufsausbildungsvertrages

Jeder Auszubildende hat Anspruch auf eine angemessene Vergütung. Diese Die Vergütung steigt mit fortschreitender Berufsausbildung, mindestens jährlich, an (§ 17 Abs. 1 BBiG). Es ist Sache des Ausbildenden und des Auszubildenden sowie der Tarifvertragsparteien, die Ausbildungsvergütung im einzelnen, namentlich ihre Höhe, im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen eigenverantwortlich festzulegen. Soweit Tarifsätze Anwendung finden, hat der Auszubildende mindestens Anspruch auf die tarifvertraglich vorgesehene Vergütung. Dies sieht auch das Ausbildungsvertragsmuster vor. Aber auch wenn die tariflichen Sätze nicht ausdrücklich vereinbart sind, gelten diese, sofern ein Tarifvertrag für allgemeinverbindlich erklärt worden ist. Auskünfte über Tarifsätze und Richtwerte geben die zuständigen Tarifparteien (Arbeitgeberverbände; Gewerkschaften) oder die Kammer.

Die Mindestausbildungsvergütung

Für alle Auszubildenden, deren Ausbildungsbetriebe keiner Tarifbindung unterliegen, gilt künftig eine Mindestausbildungsvergütung. Diese kann unterschritten werden, wenn ein geltender Tarifvertrag eine geringere Vergütung vorsieht. Betroffen sind alle Ausbildungsverträge, die ab dem 1. Januar 2020 abgeschlossen werden. Die Höhe der Vergütung berechnet sich jeweils auf der Basis des Jahres des Ausbildungsbeginns mit gesetzlich festgelegten Steigerungssätzen.

Soweit Tarifverträge nicht bestehen oder im Einzelfall keine Anwendung finden, sind die in der Branche verwendeten Tarifverträge Richtschnur. Eine Unterschreitung um mehr als 20% ist nicht mehr angemessen (Bundesarbeitsgericht, EzB Nr. 55 zu § 17 Abs. 1 BBiG). Sofern sich die Ausbildungsvergütung nach einem Tarifvertrag bemisst, kommen dem Auszubildenden auch spätere Erhöhungen zugute. In den übrigen Fällen kann die Vergütung, falls keine Anpassung erfolgt, unangemessen werden. Der Auszubildende hat dann Anspruch auf die als angemessen anzusehende Vergütung. Die festgelegte Mindestausbildungsvergütung darf jedoch nicht unterschritten werden.

Wichtiger Hinweis

Bei Unterschreitung der Angemessenheitsgrenze ist die Vergütungsvereinbarung nichtig und somit auch rückwirkend einklagbar. Hierzu vermag die Tatsache, dass sich unter Umständen die Vertragsparteien untereinander auf eine zu niedrige Vergütung geeinigt haben nichts zu ändern, denn die Bestimmungen des BBiG stehen nicht zur Disposition der Vertragsparteien.

 

 1. Ausbildungsjahr
 
2. Ausbildungsjahr
(+ 18%)
3. Ausbildungsjahr
(+ 35%)
4. Ausbildungsjahr
(+ 40%)
2021
 
550,00 €
 
649,00 €
(550,00 € + 18%)
742,50 €
(550,00 € + 35%)
770,00 €
(550,00 € + 40%)
2022
 
585,00 €
 
690,30 €
(585,00 € + 18%)
789,75 €
(585,00 € + 35%)
819,00 €
(585,00 € + 40%)
2023
 
620,00 €
 
731,60 €
(620,00 € + 18%)
837,00 €
(620,00 € + 35%)
868,00 €
(620,00 € + 40%)

Wie die Mindestausbildungsvergütung sich in den Folgejahren entwickelt, gibt das Bundesministerium für Bildung und Forschung jeweils im November des jeweiligen Vorjahres bekannt.

Carola Henn
Carola Henn

Telefon +49 3681 362-163

Fax +49 3681 362-440

 E-Mail E-Mail

Ausbildungsverträge Ausbildungs- und Umschulungsvertrag ändern/löschen Ausbildungsvergütung Ausbildungszeit verlängern/verkürzen Berufsschule/Schulstandorte Gebührenerhebung (Ausbildung) Rückerstattung Gebühren (Ausbildung) Umschulungsvertrag (Ausbildung)
Heidi Leistner
Heidi Leistner

Telefon +49 3675 7506-255

Fax +49 3675 7506-250

 E-Mail E-Mail

AEVO (Ausbildereignungs-Verordnung) Lehrgang Anpassungsqualifizierung Zertifikatslehrgang (Weiterbildung) Ausbilderkarten Ausbildung Erstberatung Ausbildungsberatung Azubi-Beratung Beratung Auszubildende/Probleme Beratung Ausbildungsbetriebe/Probleme Schlichtungsantrag (Ausbildung) Umschulungsvertrag (Ausbildung) Anpassungsqualifizierung Brandschutz (Weiterbildung) Betriebspraktikum Eignungsfeststellung/Ausbildungsberechtigung Kooperationen - Fachkraftlehrgänge (Weiterbildung) Anpassungsqualifizierung Seminare und Workshops (Weiterbildung) Unterrichtung im Bewachungsgewerbe