Ergänzungsausbildung, Koordinierungsstelle, Modulkatalog, Zusatzqualifikation

Nicht jeder Ausbildungsbetrieb ist in der Lage, seinen Auszubildenden alle Inhalte der vorgegebenen Ausbildungsrahmenpläne des jeweiligen Ausbildungsberufs zu vermitteln. In einem solchen Fall kann die Vermittlung ersatzweise durch einen anderen Betrieb oder einen Bildungsdienstleister erfolgen. In der Regel übernehmen Bildungsdienstleister im Rahmen von überbetrieblichen Ergänzungslehrgängen diese Aufgabe.

Die Industrie- und Handelskammern in Thüringen haben hierfür gemeinsam mit Firmenausbildungsverbünden und Bildungsdienstleistern Modulkataloge für die Ergänzungsausbildung erarbeitet. Die Kataloge enthalten eine Liste an Einzellehrgängen (Modulen), deren Inhalte Bestandteil des Ausbildungsrahmenplanes der jeweiligen Berufe sind. Die Koordinierungsstelle fungiert hier als Koordinator zwischen allen Beteiligten.

 

Ergänzungsausbildung während der Corona-Pandemie

In der momentan schwierigen Zeit muss alles getan werden, um die betriebliche duale Ausbildung zu stabilisieren und dabei die Chancen der Digitalisierung zu nutzen. Die IHK Südthüringen eröffnet in Absprache mit den zuständigen Stellen die Möglichkeit, Module der Ergänzungsausbildung und der Zusatzqualifikation zur Vermittlung digitaler Kompetenzen während der Corona Pandemie vollständig oder zum Teil online durchzuführen. Die Durchführung der Online-Module ist zunächst zeitlich befristet bis zum Ablauf der Dritten Thüringer Verordnung über außerordentliche Sondermaßnahmen zur Eindämmung einer sprunghaften Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2.

Bei den “Online-Modulen” handelt es sich um keine separaten und zusätzlichen Module. Die Module der überbetrieblichen Ergänzungsausbildung und der Zusatzqualifikation zur Vermittlung digitaler Kompetenzen sind bis zu 40 Prozent (bei gewerblich-technischen Lehrgängen) bzw. bis zu 100 Prozent (bei kaufmännischen Lehrgängen) der vorgesehenen Lehrgangsdauer online durchführbar. Durchführbar sind alle im Online-Modulkatalog aufgelisteten Module mit der dort angegebenen Aufteilung. Weiterhin gilt vorrangig die Durchführung dieser Lehrgänge in Präsenzform.

Die Liste der “Online-Module” finden Sie unter Downloads.


Bitte beachten Sie: Diese Regelung gilt ab 01.05.2021 bis zum Ablauf der Dritten Thüringer Verordnung über außerordentliche Sondermaßnahmen zur Eindämmung einer sprunghaften Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2.


 

Wichtig ist, dass auch bei Online-Schulungen die Teilnehmerlisten der GFAW genutzt, ausgefüllt und den Koordinierungsstellen übersandt werden. Anstatt der Unterschriften der Teilnehmenden muss der Ausbilder in geeigneter Weise (Kürzel, Buchstabe etc.) dokumentieren, ob und wann der Teilnehmer den Kurs absolviert hat. Die Bildungsträger sollen zudem die Log-in Protokolle aufbewahren, da stichprobenhaft die Online-Teilnahme geprüft werden kann.

Allgemeine Hinweise zur überbetrieblichen Ergänzungsausbildung

Was ist unter Ergänzungsausbildung zu verstehen?
Bedingt durch die Spezialisierung können manche Unternehmen nicht alle Ausbildungsinhalte selbst vermitteln. In einem solchen Fall kann die Vermittlung ersatzweise durch einen anderen Betrieb oder einen Bildungsdienst- leister erfolgen. Die IHKs in Thüringen haben hierfür gemeinsam mit den Firmenausbildungsverbünden und den Bildungsdienstleistern "Modulkataloge für die Ergänzungsausbildung" erarbeitet. Die Kataloge enthalten eine Liste an Einzellehrgängen (Modulen), deren Inhalte wiederum Bestandteil des Ausbildungsrahmenplanes sind.

Lehrgänge der Ergänzungsausbildung sind unter gewissen Voraussetzungen über eine Zuzahlung aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) förderbar. Die Förderrichtlinie finden Sie auf der Website der GFAW.

Die maximale Zahl an förderfähigen Tagen beträgt: 

55 Tage im 1. Ausbildungsjahr
40 Tage im 2. Ausbildungsjahr
20 Tage im 3. Ausbildungsjahr
  5 Tage im 4. Ausbildungsjahr

2016 wurden zusätzliche Module zur Vermittlung von Fachdeutschkenntnissen in den  Modulkatalog aufgenommen. Die Durchführung dieser Lehrgänge erfolgt bei Bildungsdienstleistern die auch die fachliche Ausbildung absichern können.

Folgende Sprachmodule sind möglich:

  • Sprachförderung Bau-Berufe
  • Sprachförderung Handel-Kfm-Berufe
  • Sprachförderung HOGA-Berufe
  • Sprachförderung Holz-Berufe
  • Sprachförderung IT-Druck-Medien-Berufe
  • Sprachförderung Lager-Spedition-Berufe
  • Sprachförderung Mecha-Elek-Berufe
  • Sprachförderung Metall-Kfz-Berufe

Mit Inkrafttreten der neuen Ausbildungsrichtlinie am 19.09.2017 ist die Zusatzqualifikation zur Vermittlung von digitalen Kompetenzen mit 10 zusätzlichen Tagen pro Ausbildungsjahr förderfähig. 

Träger der Bildungsmaßnahmen sind von den IHKs bestätigte Betriebe, Firmenausbildungsverbünde und Bildungseinrichtungen.

Koordinierungsstelle für die überbetriebliche Ergänzungsausbildung
Für die Koordinierung der Lehrgangsmodule sowie ihre fachliche Eignung und die Erfassung der Ergebnisindikatoren wurden Koordinierungsstelle (KS) installiert. Diese sind bei den Thüringer Kammern als zuständige Stellen nach § 71 BBiG für die betreffenden Ausbildungsberufe eingerichtet.

  • Die KS informiert Unternehmen, Bildungsanbieter und Firmenausbildungsverbünde über den Verfahrensablauf zur Beantragung und Abrechnung der Fördermittel.

  • Die KS legt in Zusammenarbeit mit den Ausbildungsberatern der Kammer einheitliche Modulkataloge je Beruf bzw. Berufsgruppe fest.

  • Der KS obliegt die Gesamtkoordination der Maßnahmen, das Berichtswesen über die Prüfungen und Abschlüsse.

  • Die KS prüft, überwacht und bestätigt die Einhaltung der förderfähigen Tage pro Teilnehmer (Azubi) und die Einhaltung der max. Lehrgangsdauer der Module.

  • Die KS überwacht die Qualität der Maßnahmen. Eine Bildungseinrichtung ist zur Durchführung von Ergänzungsausbildung geeignet, wenn sie im jeweiligen Beruf die Ausbildungsberechtigung besitzt oder für ein Modul durch den IHK-Bildungsberater zugelassen ist. 

Die Lehrgänge der Ergänzungsausbildung können über Zuzahlungen des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert werden. Die Förderung richtet sich an Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern in Thüringen. Die maximale Zahl an förderfähigen Tagen beträgt:

55 im 1. Ausbildungsjahr
40 im 2. Ausbildungsjahr 
20 im 3. Ausbildungsjahr  
  5 im 4. Ausbildungsjahr

Bitte wenden Sie sich zur Buchung eines Lehrganges direkt an die Bildungsdienstleister oder Ausbildungsverbünde. Eine Übersicht der Ausbildungsverbünde die überbetriebliche Ergänzungslehrgänge organisieren finden Sie hier.
 

Modulkatalog 2021/2022

Ausbildungsverbünde sichern qualitativ hochwertige Ausbildung und helfen bei der:

  • Organisation von Ergänzungsausbildung und Zusatzqualifikationen
  • Vermittlung an Bildungsdienstleister
  • Inhaltlichen Sicherung der Ausbildung
  • Erhöhung der Attraktivität und der Qualität der Ausbildung
  • Gewinnung geeigneter Auszubildender
  • Vertragsgestaltung; Fördermittelbeantragung
  • Planung des Ausbildungsablaufes
  • Kontaktaufnahme mit Berufsschulen
  • Erhöhung der Flexibilität der Ausbildung

 

Firmenausbildungsverbünde der Region Südthüringen:

  • Ausbildungsverbund der gewerblichen Wirtschaft e. V.
    Pfütschbergstraße 6, 98527 Suhl
    Ansprechpartner: Herr Lath
    Telefon: 03681 709 310
    E-Mail: AgW.ev@t-online.de
  • Ausbildungsverbund der gewerblichen Wirtschaft e. V.
    Region Ilmkreis
    Ehrenbergstraße 1, 98693 Ilmenau
    Ansprechpartner: Fr. Findeisen
    Telefon: 03677 89 6666
    E-Mail: andrea.findeisen@agw-ev.de
  • Ausbildungsverbund Metall Südthüringen e. V.
    Am Flutgraben 1, 98617 Meiningen
    Ansprechpartner: Frau Krone
    Telefon: 03693 820 914
    E-Mail: BAVMetall.Suedthueringen@t-online.de
  • Ausbildungsverbund Region Sonneberg/ Hildburghausen
    Gustav-König-Straße 27, 96515 Sonneberg
    Ansprechpartner: Frau Oberender
    Telefon: 03675 406 342
    E-Mail: av-sonneberg@t-online.de
  • Firmenausbildungsverbund (FAV) Südthüringen e. V.
    Friedrich-König-Straße 22, 98527 Suhl
    Ansprechpartner: Frau Merkel
    Telefon: 03681 8045 234
    E-Mail: info@fav-st.de

 

Neben den Firmenausbildungsverbünden organisieren die Bildungsdienstleister Ergänzungsausbildung und Zusatzqualifikation für Auszubildende.

Bildungsdienstleister:

  • ABW Arnstädter Bildungswerk e. V.
    Erfurter Straße 42 a, 99334 Amt Wachsenburg, OT Ichtershausen
    www.abwev.de
  • AGIL Ausbildungsgesellschaft Ilmtal mbh
    Marlishäuser Straße 1, 99310 Arnstadt
    www.agil-mbh.de
  • BCS Bildungs-Center Südthüringen e. V.
    Am Köhlersgehäu 9, 98544 Zella-Mehlis
    www.bcsev.de
  • Bildungsträger Meiningen e. V.
    Marienstraße 10, 98617 Meiningen
    www.btm-mgn.de
  • Bildungswerk Großbreitenbach gGmbH
    Am Bahnhof 17/18, 98701 Großbreitenbach
    www.bwg-ev.de
  • BTZ Berufsbildungs- und Technologiezentrum Rohr
    Handwerkskammer Südthüringen
    Kloster 1, 98530 Rohr-Kloster
    www.hwk-suedthueringen.de
  • FAS Förderverein für Auszubildende Schmalkalden e. V.
    Feldstraße 14, 98597 Breitungen
    www.fas-e-v.de
  • SAZ Sonneberger Ausbildungszentrum
    Friedrich-Engels-Straße 156, 96515 Sonneberg
    www.saz-zv.de
  • TIBOR GmbH EDV Consulting Thüringen
    Bildungszentrum Suhl/ Zella-Mehlis
    Am Königswasser 8, 98527 Suhl
    www.tibor.eu
  • VerkehrsAusbildungEichhorn GmbH
    Am Köhlersgehäu 6, 98544 Zella-Mehlis
    www.vae-gmbh.de

 

Die Auflistung garantiert keine Vollständigkeit!
Bitte informieren Sie sich bei Bedarf bei unseren Ausbildungsberatern.
 

Zusatzqualifikationen dienen dazu, den Auszubildenden schon während der Ausbildung Fähigkeiten und Fertigkeiten zu vermitteln, die über die eigentlichen Inhalte des Berufsbildes hinausgehen. Zusatzqualifizierende Lehrgänge sind nicht förderfähig.

Der folgende Katalog an Zusatzqualifikationen wurde zusammen mit den Firmenausbildungsverbünden und Bildungseinrichtungen in Thüringen entwickelt. Er stellt eine Ideensammlung dar, erhebt jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Sofern Sie ein spezielles Angebot für Ihr Unternehmen wünschen, wenden Sie sich bitte direkt an einen der Bildungsdienstleister!

Hier finden Sie den Ideenkatalog für Zusatzqualifikationen.