Berufsausbildungsvertrag

Im Rahmen eines Berufsausbildungsverhältnisses wird zwischen dem Ausbildenden (Ausbildungsunternehmen) und einem/ einer Auszubildenden ein Berufsausbildungsvertrag (BAV) geschlossen. Geregelt ist dies im Berufsbildungsgesetz (BBiG). Der Inhalt des Vertrags ist für Berufsausbildungsverhältnisse zwingend vorgeschrieben. Ein Muster des aktuell gültigen Berufsausbildungsvertrages steht unter "Downloads" zur Verfügung.

Der/ die Ausbildende hat vor Beginn der Berufsausbildung mit dem/ der Auszubildenden einen Berufsausbildungsvertrag zu schließen. Dafür soll das Muster des Berufsausbildungsvertrages der Industrie- und Handelskammer verwendet werden. Dieser besteht aus drei Seiten: dem Antrag auf Eintragung in das Verzeichnis der Ausbildungsverhältnisse, der vom Ausbildungsbetrieb zu unterzeichnen ist, zwei Berufsausbildungsvertrags-Exemplaren, die beide Parteien unterschreiben müssen. Der Formularsatz sowie der sachlich und zeitlich gegliederte Ausbildungsplan (zweifach) sind vor Beginn der Ausbildung der Handelskammer einzureichen.

Die Ausbildungsordnung bestimmt die Ausbildungsdauer. Sie beträgt in der Regel drei bzw. dreieinhalb Jahre. Die in der Ausbildungsordnung vorgegebene Ausbildungsdauer kann verkürzt werden, wenn der/ die Auszubildende ein Berufsgrundbildungsjahr oder eine Berufsfachschule mit Erfolg besucht hat. Über Anrechnungsmöglichkeiten geben die Ausbildungsberater gerne Auskunft. Ist zu erwarten, dass der/ die Auszubildende das Ausbildungsziel auch in kürzerer Zeit erreicht (z. B. Abiturienten), so kann die Kammer die Ausbildungsdauer auf Antrag verkürzen. In Ausnahmefällen kann die Kammer auf Antrag des/ der Auszubildenden die Ausbildungszeit verlängern, wenn die Verlängerung erforderlich ist, um das Ausbildungsziel zu erreichen, z. B. bei längerer Krankheit. Sie können sich das Formular zur Änderung des Berufsausbildungsvertrages herunterladen.

Die Probezeit muss mindestens einen Monat und darf höchstens vier Monate betragen. Während der Probezeit kann das Ausbildungsverhältnis ohne Angabe von Gründen von beiden Seiten gekündigt werden.

Der Ort der Ausbildung (Ausbildungsstätte) gibt an, wo die Ausbildung tatsächlich stattfindet. Er ist im Berufsausbildungsvertrag einzutragen. Filialbetriebe müssen ggf. die Filialen erwähnen, wenn auch dort ausgebildet werden soll.

Ergänzende Ausbildungsmaßnahmen sind mit Inhalt und Dauer festzulegen.

Die Ausbildungsvergütung ist für jedes Ausbildungsjahr einzutragen. Sie muss angemessen sein und mit fortschreitender Berufsausbildung, mindestens jährlich, ansteigen. Sofern eine Tarifbindung vorliegt, gelten die Tarifverträge. Eine Auswahl tariflicher Vergütungen sowie weitere Information zur Mindestausbildungsvergütung finden Sie unter "Ausbildungsvergütung".

Die regelmäßige tägliche Ausbildungszeit hat ihre obere Grenze im Arbeitszeitgesetz bzw. in tariflichen Regelungen. Für Jugendliche ist das Jugendarbeitsschutzgesetz zu berücksichtigen.

Der Mindesturlaub ergibt sich aus dem Jugendarbeitsschutzgesetz, dem betreffenden Tarifvertrag oder dem Bundesurlaubsgesetz. Der Urlaubsanspruch ist für jedes Kalenderjahr (nicht Ausbildungsjahr) ggf. auch anteilig in den Vertrag einzutragen.

Der Berufsausbildungsvertrag darf keine Vereinbarungen enthalten, die dem Sinn und Zweck der Berufsausbildung widersprechen oder zu ungunsten des/ der Auszubildenden von den gesetzlichen Vorschriften abweichen. Im Vertrag müssen Tarifverträge oder Betriebsvereinbarungen bezeichnet werden, denen der Vertrag unterliegt.

Carola Henn
Carola Henn

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