Statement zum Vorstoß der Thüringer Wirtschaftsministerin Colette Boos-John in der Energiedebatte
Statement des Hauptgeschäftsführers der Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen, Dr. Ralf Pieterwas, zum Vorstoß der Thüringer Wirtschaftsministerin Colette Boos-John in der Energiedebatte:
„Die von Thüringens Wirtschaftsministerin Colette Boos-John angeregte Debatte über Kernkraft ist wichtig. Endlich machen sich in der Politik Zweifel am deutschen Sonderweg der Energiewende breit, der die Industrie sukzessive aus Deutschland vertreibt.
Die IHK Südthüringen betont seit Monaten, dass international wettbewerbsfähige Energiepreise entscheidend sind. Dazu gehört auch, alle Optionen, einschließlich der Kernenergie als klimaneutraler und grundlastfähiger Energieträger, einzusetzen und die heimischen Energiequellen bei der Gasversorgung zu nutzen.
Auch hinsichtlich geplanter Kostenentlastungen liegt die Ministerin richtig. Wir brauchen langfristig wirksame strukturelle Maßnahmen zur Entlastung, nicht Kurzfristmaßnahmen, die auch noch von unseren Unternehmern getragen werden müssen. Der eigentliche Belastungsfaktor ist der Iran-Krieg. Die Bundesregierung steht in der Pflicht, auf Präsident Trump als unseren westlichen Partner einzuwirken und auf eine schnelle Konfliktlösung hinzuwirken. Dann werden krisenbedingte Risikopreise durch marktwirtschaftliche Mechanismen rasch wieder sinken. Darüber hinaus bleiben strukturelle Entlastungen dringend notwendig, da Deutschland zumindest bei den Energiepreisen weiterhin nicht wettbewerbsfähig ist. Auf diesem Weg hat die Ministerin die klare Unterstützung der Südthüringer Wirtschaft.“
Suhl, 16.04.2026
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