Unternehmer fordern Kurswechsel in der EU-Politik

Europaforum der IHK Südthüringen in Suhl

Unter dem Titel „Zwischen Brüssel und Betriebsalltag – Wie gelingt die Wirtschaftswende?“ lud die Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen am vergangenen Donnerstag zur Diskussion mit Vertretern der Europäischen Union. Die Debatte zeigte deutlich: Die Unternehmen der Region erwarten von der europäischen Politik weniger Bürokratie, mehr Pragmatismus und endlich konkrete Maßnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit. 

IHK-Präsident Torsten Herrmann machte zu Beginn der Veranstaltung klar: „Das Momentum für mehr Wettbewerbsfähigkeit ist jetzt da. Wir müssen es gezielt nutzen und konkrete Maßnahmen umsetzen“. Mit Blick auf aktuelle Gesetzesinitiativen der EU äußerte er scharfe Kritik: „Was mit dem Omnibus-Paket derzeit auf den Weg gebracht wird, ist eher Schadensbegrenzung. Die Regulierungswut ist weiterhin da. Wir brauchen nicht die tausendste Strategie, sondern Maßnahmen, die sich am Bedarf der Unternehmen orientieren.“

Auch IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Ralf Pieterwas betonte: „Die schon vor Jahren losgetretene Bürokratie-Lawine der EU-Kommission rollt unaufhörlich weiter. Die Unternehmen, die deshalb bereits aus Europa abgewandert sind, werden wir nicht zurückgewinnen können, wenn sich nicht grundlegend etwas ändert.“

Die Debatte verlief lebhaft. Unternehmer nutzten die Gelegenheit, ihre Positionen vorzubringen. Deutlich wurde dabei, wie groß die Diskrepanz zwischen politischen Zielvorgaben aus Brüssel und den praktischen Herausforderungen im Betriebsalltag ist.

Das klare Signal aus Südthüringen: Ohne eine grundlegende Kurskorrektur droht Europa im internationalen Wettbewerb dauerhaft zurückzufallen. Die Erwartungen der Wirtschaft an die Politik sind dabei seit einigen Jahren artikuliert, jedoch relevanter denn je - weniger Regulierungen, stark verbesserte Standortfaktoren, schnellere Entscheidungen und mehr Handlungsspielraum für unternehmerische Initiative.

 

Auf dem Podium stellten sich der Diskussion:

  • Patrick Paquet, Referatsleiter in der Generaldirektion Beschäftigung, Soziales und Integration, EU-Kommission
  • Marion Walsmann MdEP, EVP-Fraktion
  • Sven Bermig, Vertretung des Freistaats Thüringen bei der EU
  • Freya Lemcke, Leiterin der DIHK-Vertretung bei der Europäischen Union

 

Suhl, 26. August 2025

Dominik Konrad
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