Chance verpasst: Verzicht auf Lieferkettengesetz wäre starkes Signal gewesen

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen bewertet die Einigung zur Abschwächung des EU-Lieferkettengesetzes als notwendigen, aber unzureichenden Schritt. In einer Phase zunehmender geoökonomischer Spannungen braucht Europa vor allem wirtschaftliche Stärke, Investitionsfähigkeit und globale Wettbewerbsfähigkeit. 

Dr. Ralf Pieterwas, Hauptgeschäftsführer der IHK Südthüringen: 

„Die nun vorgesehenen höheren Schwellenwerte und der Wegfall der EU-weiten zivilrechtlichen Haftung sind sachgerechte Korrekturen. Gleichwohl bleibt festzuhalten: Auch in reduzierter Form belastet das Regelwerk Europas wirtschaftliche Handlungsfähigkeit.

Überzogene Regulierungen schwächen Europas Unternehmen im internationalen Standortwettbewerb und binden Ressourcen, die für Innovation, industriellen Ausbau und strategische Resilienz benötigt werden. Ein Lieferkettengesetz, das unternehmerische Verantwortung weit in global kaum steuerbare Wertschöpfungsketten ausdehnt, setzt daher grundlegend falsche Anreize.

Menschenrechte lassen sich dauerhaft nur durch wirtschaftliche Entwicklung, Handel und stabile Partnerschaften stärken. Alles, was Investitionen, Wettbewerbsfähigkeit und unternehmerische Freiheit beeinträchtigt, schwächt Europas geoökonomische Position weiter und steht der Zielerreichung entgegen. Vor diesem Hintergrund müssen aus Sicht der IHK Südthüringen mindestens das deutsche und europäische Lieferkettengesetz insgesamt aufgegeben werden.“

Suhl, 9. Dezember 2025

Dominik Konrad
Referent Öffentlichkeitsarbeit | Mitgliederkommunikation

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