Erwerbsmigration braucht staatliche Unterstützung

Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der deutsch-vietnamesischen diplomatischen Beziehungen hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) zum Deutsch-Vietnamesischen Labour Forum 2025 nach Leipzig eingeladen. Im Fokus stand der Austausch von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft beider Länder zu fairen Rekrutierungsverfahren, nachhaltiger Erwerbsmigration und konkreten Lösungsansätzen für den Fachkräftebedarf in Deutschland. 

Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der deutsch-vietnamesischen diplomatischen Beziehungen hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) zum Deutsch-Vietnamesischen Labour Forum 2025 nach Leipzig eingeladen. Im Fokus stand der Austausch von Politik, Wirtschaft und Wissenschaft beider Länder zu fairen Rekrutierungsverfahren, nachhaltiger Erwerbsmigration und konkreten Lösungsansätzen für den Fachkräftebedarf in Deutschland.

„Erfolgreiche Erwerbsmigration erfordert engagierte Unternehmen und, zur Einhaltung wünschenswerter Standards, staatliche Unterstützung. Dazu gehören unter anderem zusätzliche Integrationsleistungen, Unterstützung bei Wohnungssuche und Mobilität sowie die Bereitschaft, die rechtlichen Rahmenbedingungen aktiv mitzugestalten. Das Vietnam-Projekt der IHK Südthüringen ist ein solches Modell. Aber auch in der Privatwirtschaft gibt es entsprechende Angebote. Der Druck bei privaten Vermittlungsangeboten ist fraglos ein anderer. Um in jeder Phase faire Bedingungen der Erwerbsmigration organisieren zu können, braucht es zum einen die Einsicht der Notwendigkeit von Arbeitsmigration, zum anderen eine strukturierte staatliche Unterstützung, beispielsweise durch schnelle, unkomplizierte sowie verlässliche Verfahrens- und Verwaltungsvorgänge oder den Ausbau strategischer Migrationspartnerschaften. Der Mehrwert liegt klar auf der Hand: Die Auszubildenden oder Fachkräfte sind vom ersten Tag an Teil der Region, zahlen bereits mit der ersten Ausbildungsvergütung in die Sozialversicherungssysteme ein und tragen langfristig zur Schließung struktureller Fachkräftelücken bei. Die Zahlen unterstreichen nochmals den enormen Handlungsdruck. In Thüringen kommen auf 100 Renteneintritte lediglich rund 48 Nachwuchskräfte aus dem Bildungssystem nach. Ohne verstärkte Integrations- und Zuwanderungsstrategien könnten in den kommenden zehn Jahren rund 170.000 Stellen unbesetzt bleiben“, betont Dr. Ralf Pieterwas, Hauptgeschäftsführer der IHK Südthüringen. 

 

 

Zur Information 

Ziel des Vietnam-Projekts ist es, im Interesse von Wirtschaft, Gesellschaft und Region, über den Weg der dualen Ausbildung langfristig qualifizierte vietnamesische Fachkräfte für Südthüringen zu gewinnen. Dabei erfolgt die Rekrutierung passgenau für die jeweiligen Ausbildungsberufe. Bereits im Herkunftsland absolvieren die Jugendlichen einen Deutsch-Intensivkurs (B1), führen Online-Vorstellungsgespräche mit den Betrieben und erhalten eine umfassende sprachliche, kulturelle und landeskundliche Vorbereitung. Bis zum Ausbildungsstart erreichen sie ein B2-Sprachniveau. Die IHK Südthüringen übernimmt dabei die komplette Koordination sowie eine zehnwöchige Vorschaltphase zur fachlichen und berufssprachlichen Vorbereitung.

Suhl, 16. Dezember 2025

Dominik Konrad
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