Kostenkonferenz der IHK Südthüringen im Landkreis Schmalkalden-Meiningen

Marktwirtschaft als Standortfaktor

Standortkosten sind Standortnachteile. Zu diesem Ergebnis kam im vergangenen Jahr die Standortanalyse der Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen. Vor diesem Hintergrund veranstaltete die IHK am 10.12.2025 in den Räumen der Rhön-Rennsteig-Sparkasse in Meiningen eine Kostenkonferenz. Beteiligt waren ehrenamtlich engagierte Unternehmer, die Vizelandrätin Susanne Reich, die Bürgermeister Fabian Giesder und Erik Thürmer sowie Vertreter kommunaler Wirtschaftsförderungen. 

Die Veranstaltung machte deutlich, dass die Belastung der Unternehmen im Landkreis Schmalkalden-Meiningen durch kommunale Steuern, Gebühren und zweckgebundene Abgaben derzeit überwiegend unter dem Bundesdurchschnitt liegt. Die Kreisumlage, mit der die Gemeinden die Aufgaben des Landkreises aus ihren Haushalten finanzieren, ist die niedrigste in Thüringen. Auch bei der Schuldenaufnahme agieren die Kommunen bislang umsichtig. Gleichzeitig besteht jedoch eine erhebliche implizite Verschuldung, da notwendige Ersatzinvestitionen in die kommunale Infrastruktur mangels finanzieller Mittel vielfach aufgeschoben werden müssen.

Die wesentlichen Kostentreiber für die Unternehmen sind an anderer Stelle zu finden. Seit der Zeit vor der Pandemie haben sich die Energiekosten mehr als verdoppelt. Auch die Arbeitskosten sind deutlich gestiegen: In den vergangenen zehn Jahren erhöhten sich die monatlichen Medianentgelte der Vollzeitbeschäftigten im Landkreis Schmalkalden-Meiningen um 971 Euro.

„Aus ordnungspolitischer Sicht lässt sich jede öffentliche Verwaltung, die Einwohner und Unternehmen mit Abgaben belastet und daraus Leistungen finanziert, nur bei Vorliegen von Marktversagen rechtfertigen. Einnahmen, Ausgaben und Aufgabenzuteilungen müssen daher kontinuierlich überprüft werden. Eine immer höhere Staatsquote lähmt den Wirtschaftsstandort immer weiter. Insgesamt braucht es eine Rückbesinnung auf die staatlichen Kernaufgaben innerhalb des Erfolgsmodells Soziale Marktwirtschaft. Als Unternehmer begrüßen wir es ausdrücklich, dass die Kommunalverwaltungen im Landkreis Schmalkalden-Meiningen grundsätzlich kostenbewusst und mit Augenmaß handeln. Beispielsweise wird auch der während der Konferenz angesprochene breite Einsatz von Open-Source-Software, aber darüber hinaus insbesondere der unterstützende Einsatz von Künstlicher Intelligenz, zusätzlich Spielräume eröffnen, um Ausgaben zu begrenzen“, erklärte Matthias Kaiser, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Schmalkalden-Meiningen und Direktor der filios Grundstücksgesellschaft Ltd. & Co. KG.

Von Seiten der Kommunalpolitik wurde auf strukturelle Schwächen in der Gemeindefinanzierung hingewiesen, die Kostensteigerungen begünstigen und häufig Steuer- und Gebührenerhöhungen nach sich ziehen. Bundes- und landespolitische Vorgaben seien vielfach nicht auskömmlich gegenfinanziert. Für die Kommunen entstünden zusätzliche Pflichtaufgaben, die zu einem erheblichen Teil aus den eigenen Haushalten zu tragen seien.

Die Vizelandrätin verwies exemplarisch auf eine neunprozentige Kostensteigerung in der Jugendhilfe im vergangenen Jahr sowie auf einen zuletzt sprunghaften Anstieg der Ausgaben für den öffentlichen Personennahverkehr. Einsparungen bei freiwilligen Leistungen lehnte sie ab, da Angebote wie Museen, Theater, Bibliotheken oder die kommunale Wirtschaftsförderung wesentlich zur Attraktivität eines Standorts beitrügen. Einsparpotenziale bestünden grundsätzlich im Personalbereich, allerdings nur unter Inkaufnahme einer höheren Fluktuation. Zudem biete die interkommunale Zusammenarbeit weitere Möglichkeiten, auch wenn diese in dünn besiedelten Flächenlandkreisen der Region mit besonderen Herausforderungen verbunden sei.

Im Ergebnis der Beratung sprachen sich sowohl die Unternehmer als auch die Vertreter der Kommunalpolitik für eine Intensivierung gemeinsamer Projekte zwischen Kommunen und Wirtschaft aus. Ziel ist es, die regionale Wirtschaft insgesamt zu stärken und damit marktwirtschaftliches Denken und Handeln in Südthüringen weiter zu festigen.

Suhl, 16. Dezember 2025

Dominik Konrad
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