Ist Habeck noch Teil der Bundesregierung?
Offshore-Ausbau wird Strompreise für die Wirtschaft weiter erhöhen
Der von Robert Habeck als Bundesminister in die Wege geleitete massive Ausbau der Offshore-Windenergie in der Nordsee wird die Wirtschaft und Bürger in Deutschland in den kommenden Jahren zusätzlich belasten. Darauf weist die Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen hin. Trotz sinkender Stromgestehungskosten durch neue Offshore-Windkraftanlagen, führen in der Folge steigende Umlagen, Netzentgelte und erhebliche Investitionen in die Netzinfrastruktur zu weiter steigenden Strompreisen.
Statt die mit 70 GW bis 2045 überambitionierten Offshore-Ausbauziele Habecks zu korrigieren, wird dieses Ziel auch unter der Merz-Regierung weiter verfolgt, obwohl Ost- und Nordsee die nötigen 6.300 Windräder ohne Verschattungseffekte nicht aufnehmen können. Internationale Verständigung der Nordseeanrainerstaaten soll die Lösung sein. Eine neu zu errichtende Technikinsel in der Nordsee wird als weiterer Kostentreiber akzeptiert und eingepreist.
Zwar verspricht die Windkraftbranche im Gegenzug, die Stromgestehungskosten bis 2040 um 30 Prozent zu senken, im Saldo werden die Stromkosten mit dieser Investitionsentscheidung der Bundesregierung und ihrer europäischen Partner weiter steigen. Die Offshore-Investitionen werden die Offshore-Umlage in die Höhe schnellen lassen, die bereits zum 1. Januar 2026 wieder um 15 Prozent gestiegen ist. Außerdem werden Verstärkungsmaßnahmen an den Netzen an Land erforderlich, die dann wiederum den Netzentgelten zugeschlagen werden. Letztlich erweist sich die versprochene Senkung der Stromgestehungskosten durch die Windräder aus Sicht der IHK Südthüringen auch dadurch als Mogelpackung, dass die technologiebedingten Versorgungslücken der Windkraftwerke durch Batteriespeicher oder Gaskraftwerke abgefangen werden müssen, deren Vorhaltungskosten ebenfalls strompreiserhöhend wirken.
„Für die Wirtschaft ist nicht entscheidend, wie günstig eine Kilowattstunde Strom theoretisch erzeugt werden kann, sondern was sie am Ende tatsächlich kostet. Netze, Speicher, Reservekraftwerke und die Sicherstellung der Systemstabilität verursachen erhebliche Zusatzkosten, die sich unmittelbar im Strompreis widerspiegeln“, erklärt Dr. Ralf Pieterwas, Hauptgeschäftsführer der IHK Südthüringen. „Was wir momentan brauchen, ist eine drastische Senkung der Strompreise. Alles, was den Strompreis weiter erhöht, ist sprichwörtlich Gift für den Industriestandort Deutschland. Leider regiert auch im Energiebereich das Paradigma „Weiter so“.“
Durch den Offshore-Ausbau entstehen zweifellos neue Arbeitsplätze, insbesondere im Anlagenbau, in der Logistik und im Wartungsbereich. Diese positiven Effekte dürfen jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass steigende Strompreise gleichzeitig weitere Arbeitsplätze in großer Zahl in der Traditionsindustrie und in den industrienahen Dienstleistungen kosten werden. Der strukturelle Verlust industrieller Wertschöpfung lässt sich nicht über Nacht durch neue Beschäftigung in einzelnen Zukunftsbranchen kompensieren. Somit bleibt der von Robert Habeck eingeschlagene und von der Merz-Regierung fortgesetzte Kurs der Energiewende ein Irrweg.
Suhl, 2. Februar 2026
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