Niedrige Strompreise wirksamer als Kaufprämien
IHK Südthüringen zur E-Auto-Kaufprämie
Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen hält direkte Kaufsubventionen für Elektrofahrzeuge für kein geeignetes Instrument, um die Mobilitätswende dauerhaft voranzubringen und die Automobilwirtschaft strukturell zu stärken. Aus Sicht der regionalen Wirtschaft liegt der wirksamere Ansatz in der Verbesserung der Standortbedingungen. Dazu zählen insbesondere dauerhaft wettbewerbsfähige Strompreise sowie eine verlässlich ausgebaute Energie- und Ladeinfrastruktur. Unternehmen und private Haushalte profitieren. Solche Maßnahmen entfalten eine langfristige Wirkung, stärken den Standort insgesamt und fördern die Akzeptanz der Elektromobilität.
Direkte Kaufzuschüsse greifen unmittelbar in Marktentscheidungen ein und entfalten in der Regel kurzfristige Effekte. Erfahrungen aus früheren Förderprogrammen zeigen, dass Nachfrageimpulse vorgezogen werden, ohne langfristig stabile Marktstrukturen zu schaffen. Gleichzeitig entsteht ein erheblicher administrativer Aufwand, während die gesamtwirtschaftlich nachhaltige Wirkung begrenzt bleibt.
Die IHK Südthüringen spricht sich daher für einen Ansatz aus, der auf verlässlich dauerhaft niedrige Strompreise setzt. Diese stärken die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft insgesamt und wirken zugleich als zentraler Anreiz für Elektromobilität.
„Günstiger Strom verbessert die Wirtschaftlichkeit elektrisch betriebener Fahrzeuge unabhängig von Kaufzeitpunkt, Einkommenshöhe oder Förderkulissen permanent und unmittelbar. Ein solcher Weg ist zudem breitenwirksam, bürokratiearm und entlastet Unternehmen aller Branchen ebenso wie private Haushalte. Gleichzeitig werden Standortbedingungen verbessert, ohne Kaufentscheidungen politisch zu lenken oder einzelne Technologien zu bevorzugen. Elektromobilität wird auf diese Weise befördert, ohne fossile Kraftstoffe künstlich zu verteuern oder neue Markteingriffe zu schaffen“, betont Dr. Ralf Pieterwas, Hauptgeschäftsführer der IHK Südthüringen.
Ein konkretes Beispiel für einen solchen wirksamen Hebel ist die Übernahme der Netzentgelte sowie der Umlagen und Steuern. Würden die erheblichen finanziellen Mittel des Bundes aus dem Klima- und Transformationsfonds gezielt dafür verwendet, könnte der Strompreis halbiert werden. Zur Standortverbesserung eingesetzt, könnten die Strompreise über diesen Weg spürbar und dauerhaft auf ein wettbewerbsfähiges Maß reduziert werden. Davon würden Industrie, Gewerbe und private Haushalte gleichermaßen profitieren. Die Wirkung wäre, im Gegensatz zu befristeten Kaufprämien, langfristig, standortstärkend sowie Resilienz schaffend.
Suhl, 22. Januar 2025
+49 3681 362-664