USA-Geschäft bleibt tragende Säule

Südthüringer Wirtschaft warnt vor Handelseskalation und fordert klaren Wachstumskurs

Das USA-Geschäft bleibt trotz eines leichten Exportrückgangs eine tragende Säule für die Südthüringer Wirtschaft. Angesichts zunehmender handelspolitischer Spannungen warnt die Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen eindringlich vor einer Eskalation im transatlantischen Handel und den Folgen eines möglichen Handelskriegs. Gleichzeitig fordert sie von Deutschland und Europa einen klaren, konsequenten Wachstumskurs zur Sicherung von Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand. 

Die Südthüringer Wirtschaft blickt mit Sorge auf die aktuellen handelspolitischen Entwicklungen zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten. In den ersten zehn Monaten des Jahres 2025 exportierten Thüringer Unternehmen Waren im Wert von 1,786 Milliarden Euro in die USA. Damit lagen die Ausfuhren 1,8 Prozent unter dem Vorjahreszeitraum, dennoch bleiben die Vereinigten Staaten mit einem Anteil von 11,5 Prozent am Thüringer Außenhandel einer der wichtigsten Absatzmärkte. Die Exportstruktur unterstreicht die industriellen Notwendigkeiten des Freistaats: Kraftwagen und Kraftwagenteile machten 27 Prozent der Ausfuhren aus, gefolgt von Datenverarbeitungsgeräten sowie elektrischen und optischen Erzeugnissen mit 19 Prozent und Maschinen mit 17 Prozent.

Vor diesem Hintergrund warnt die Südthüringer Wirtschaft eindringlich vor einer weiteren Eskalation im transatlantischen Handel. Der Beschluss des Anti-Coercion-Instruments (ACI) in Verbindung mit einem möglichen Nicht-Zustandekommen eines EU-US-Zolldeals birgt die Gefahr einer Spirale gegenseitiger Verschärfungen. Ein Handelskrieg und eine Eskalation mit den USA können nicht im beiderseitigen Interesse der Wirtschaft sein. Allerdings ist es politisch nachvollziehbar, dem einseitigen Druck der USA auf eine Übernahme Grönlands durch Eskalation der partnerschaftlichen (Handels-) Beziehungen nicht nachzugeben. 

Die Südthüringer Wirtschaft unterstreicht abermals den erheblichen Handlungsbedarf in Europa und Deutschland selbst. „Solange es nicht gelingt, sich auf einen klaren Wachstumskurs der Stärke zu verständigen, drohen immer weiter strukturelle Wettbewerbsnachteile anhand der geopolitischen Umbrüche. Dazu zählen eine realistische Einbettung der Klimaziele in das Weltgeschehen, den Stopp weiterer CO₂-Preissteigerungen sowie entschlossene Schritte hin zu günstigen Standortbedingungen für einen drastischen Wachstumskurs“, macht Dr. Ralf Pieterwas deutlich.

Ein wichtiger erster Schritt ist aus Sicht der IHK Südthüringen ist der Beschluss des Mercosur-Abkommens. Ebenso müssen weitere Handelsabkommen, beispielsweise mit Indien, schnellstmöglich abgeschlossen werden. 

„Europa muss sich wirtschaftlich emanzipieren. Deutschland ist gefordert, eine Führungsrolle durch eine Politik mit rigorosem Fokus auf Wachstum zu übernehmen und diese Kurskorrektur auf EU-Ebene durchzusetzen“, sagt Dr. Ralf Pieterwas. 

Suhl, 19. Januar 2025

Dominik Konrad
Referent Öffentlichkeitsarbeit | Mitgliederkommunikation

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