Infrastruktur in den Landkreisen Hildburghausen und Sonneberg

Der Güter- und Personenverkehr ist in seiner Leistungsfähigkeit zu sichern und die dafür notwendige Infrastruktur zu schaffen und zu erhalten. Die Sanierung und Pflege der Bestandsinfrastruktur ist gerade in Südthüringen von zentraler Bedeutung, um die Lebensqualität zu sichern und die wirtschaftliche Zukunft der Region zu stärken. Viele Straßen, Brücken und öffentliche Anlagen stammen aus früheren Jahrzehnten und sind durch jahrelange Belastung stark verschlissen. Besonders die Straßen leiden unter einer hohen Verkehrsbelastung durch den täglichen Pendelverkehr und insbesondere durch den notwendigen Schwerlastverkehr, der sich, anders als in anderen Regionen, häufig auf Land- und Kreisstraßen verlagert. Gerade die Industriestandorte in den Landkreisen Hildburghausen und Sonneberg liegen häufig fernab der Fernstraßen. Diese Netze sind oft dafür nicht ausgelegt und verschleißen schneller. Umso wichtiger ist deren Pflege und Ausbau.

Ohne regelmäßige Instandhaltung drohen nicht nur weitere Schäden und Sperrungen, sondern auch erhebliche wirtschaftliche Einbußen, etwa durch längere Transportzeiten oder erheblich eingeschränkte Erreichbarkeit von Betrieben. In einer strukturschwächeren Region wie Südthüringen ist eine verlässliche, gut gepflegte Infrastruktur deshalb kein Luxus, sondern Grundlage für gleichwertige Lebensverhältnisse, regionale Entwicklung und wirtschaftlichen Zusammenhalt.

Darüber hinaus einige Punkte zum Straßen- und Schienenausbau in den Landkreisen Hildburghausen und Sonneberg:

  • Neuhaus am Rennweg bildet einen bedeutenden Industriestandort Südthüringens, dessen Erreichbarkeit für Straßentransporte ausbaufähig ist. Hierzu ist seitens des Thüringer Landesamtes für Bau und Verkehr der Ausbau der überregional bedeutsamen Verbindung Sonneberg – Neuhaus am Rennweg – Städtedreieck Saalfeld/Rudolstadt/ Bad Blankenburg zu forcieren. Hierbei wird die Widmung der Straße zwischen Sonneberg und Neuhaus am Rennweg (L 1148, L 1149, L 1150) als Bundesstraße befürwortet. In diesem regionalen Kontext wird auch die Zufahrt zum Gewerbegebiet Fichtig im Sonneberger OT Spechtsbrunn als verbesserungswürdig angesehen.
  • Die häufig von Schwerverkehr frequentierte Straßenverbindung zwischen Sonneberg und Schauberg (via Jagdshof oder Judenbach, u. a. L 1152) ist mit dem Ziel der bedarfsgerechten Abwicklung dieser Verkehre auszubauen.
  • Die Ergebnisse der im Jahr 2023 fertiggestellten Konzeptstudie „Reaktivierung von Eisenbahnstrecken in Thüringen“ des jetzigen Thüringer Ministeriums für Digitales und Infrastruktur (TMDI) bilden eine Grundlage für weiterführende Planungsschritte mit dem Ziel der Wiederaufnahme bzw. Erweiterung von Bahnverkehren auf den analysierten Streckenabschnitten. Der Schienenlückenschluss der Werrabahn im Korridor zwischen Hildburghausen/Eisfeld und Coburg nimmt dabei aus Sicht der Südthüringer Wirtschaft und der Mitglieder der gebildeten Interessengemeinschaft einen besonderen Stellenwert ein und ist durch den Freistaat weiter zu verfolgen. Für die Realisierung von Vorhaben sind geeignete Fördermöglichkeiten zu nutzen, insbesondere Mittel aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungs- und dem Regionalisierungsgesetz sowie aus eigenen Landesmitteln des Freistaates Thüringen.
  • Zusätzlich zu der in der Thüringer Konzeptstudie untersuchten Rennsteigbahn Ilmenau–Bahnhof Rennsteig–Themar ist durch das Land die Wiederaufnahme des Bahnbetriebs der Friedbergbahn Schleusingen–Suhl zu prüfen, die in touristischer Hinsicht zudem das Potenzial für eine Biosphärenreservat-Ringbahn mit sich brächte. Für Letzteres ist die Wiedererrichtung des Anschlusses an das Streckennetz der Deutschen Bahn im Bereich des Bahnhofs Suhl in den Blick zu nehmen.

Im Kontext potenzieller Reaktivierungen ist es wichtig, bestehende und in Nutzung befindliche Bahninfrastruktur zu sichern, nicht zu entwidmen und mit Blick auf die Erschließung weiterer Potenziale regionaler und überregionaler Relationen perspektivisch auszubauen.

Die Verlagerung von Gütertransporten auf die Schiene wird von den Unternehmen unterstützt. Um diesen auch im Rahmen der Verkehrswende notwendigen Prozess wirtschaftlich darstellen zu können, müssen die politischen Rahmenbedingungen stimmen. In diesem Zusammenhang sind das Land und die Kommunen aufgefordert, die Anzahl der Umschlaganlagen Straße-Schiene in der Fläche deutlich zu erhöhen, sodass in Abstimmung mit der Wirtschaft die anfallenden Güteraufkommen bedarfsgerecht gebündelt werden können. Um bereits bestehende Anfragen an die Unternehmen realisieren zu können, ist darüber hinaus eine flächendeckende Ertüchtigung der Bahnstrecken vorzunehmen. Ziel muss das Erreichen einer Streckenklasse sein, die eine Achslast von mindestens 22 t erlaubt, da dies für den Einsatz batterieelektrischer Lokomotiven und schwerer Güterzüge notwendig ist.

Suhl, 9. Juli 2025

Thomas Leser
Referent Regionalplanung, Handel & Verkehr

Telefon +49 3681 362-132

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