Stimmung etwas aufgehellt

Konjunkturbericht Frühsommer 2025 der IHK Südthüringen für den Landkreis Schmalkalden-Meiningen

In diesem Jahr fällt die Frühjahrsbelebung der Wirtschaft im Landkreis Schmalkalden-Meiningen stärker aus als im letzten Jahr. Dies zeigen die Ergebnisse der Konjunkturumfrage Frühsommer 2025 der Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen für den Landkreis. Jedes vierte Unternehmen macht gute Geschäfte. Zugleich sind die Unternehmen des Landkreises jedoch auch Spitzenreiter in der Inanspruchnahme von Kurzarbeit. Die Krise ist noch nicht ausgestanden.

Das Bild der Unternehmen im Landkreis ist uneinheitlich. Jeder dritte Dienstleister und jeder fünfte Industriebetrieb melden gute Geschäfte. Gleichzeitig müssen sich rund 40 Betriebe mittels Kurzarbeitergeldes bei der Beschäftigungssicherung aufgrund ihrer schlechten Auftragslage helfen lassen. Der Konjunkturklimaindikator der IHK Südthüringen erreicht 77,8 von 200 möglichen Punkten. Einerseits signalisiert diese Punktzahl die Schwere der Krise, denn bei Werten unter 100 Punkten befindet sich die Wirtschaft in einer Rezession. Andererseits ist das der höchste Wert seit zwei Jahren.

Derzeit bewerten 26 Prozent der Unternehmen ihre Lage als gut, 39 Prozent als saisonüblich bzw. befriedigend und 35 Prozent als schlecht. Innerhalb des letzten Jahres hat sich die Ertragslage für 46 Prozent verschlechtert und nur für sechs Prozent verbessert. 31 Prozent der Unternehmen erzielen Gewinne, 51 Prozent arbeiten kostendeckend und 18 Prozent machen Verlust.

In den kommenden Monaten rechnen acht Prozent der Unternehmen mit besseren, 51 Prozent mit gleichbleibenden und 41 Prozent mit schlechteren Geschäften. In dieser Situation planen zwar 69 Prozent der Unternehmen Investitionen, doch nur 12 Prozent mit wachsenden Ausgaben. Im Zentrum stehen Ersatz- und Rationalisierungsinvestitionen. Im Personalbereich gehen sieben Prozent von zunehmenden Mitarbeiterzahlen aus und 22 Prozent von einem Rückgang.

„Besonderen Augenmerk verdienen Bevölkerungsentwicklung und Arbeitsmarkt. Im letzten Jahr überstieg die Zahl der Verstorbenen die Geburtenzahl um 1.341. Auf dem Arbeitsmarkt erkennt man ähnliches: Die Beschäftigten nahmen um 671 Personen ab, doch die Zahl der Arbeitslosen ist nur um 275 Personen gestiegen. Derzeit mag es manchen Unternehmen entgegenkommen, wenn weniger Mitarbeiter auf der Payroll stehen, doch die Personalseite wird die Stärke des nächsten Aufschwungs begrenzen“, erklärt Dr. Ralf Pieterwas, Hauptgeschäftsführer der IHK Südthüringen. 

Vor einem Jahr stufte jedes zweite Unternehmen den Fachkräftemangel als Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung ein. Dieser Anteil ist auf 37 Prozent gesunken. Als wesentliche Risiken betrachten die Unternehmen die Standortkosten und die heimische Nachfrage. 66 Prozent nennen die Arbeitskosten, 64 Prozent die Inlandsnachfrage, 62 Prozent die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen und 54 Prozent die Energiepreise. Dass die Wirtschaftspolitik ein Kostentreiber ist, zeigen die mündlichen Antworten. Vor allem die Bürokratie und politisch bedingte Preissteigerungen werden genannt.

Die Wirtschaftslage spiegelt sich in den Finanzen der Unternehmen. Zwar stellt sich die Finanzlage für 57 Prozent der Unternehmen als unproblematisch dar. Trotzdem berichten 35 Prozent von einem Eigenkapitalrückgang und 19 Prozent von zunehmenden Forderungsausfällen. Im Rahmen der Fremdfinanzierung weisen 22 Prozent auf die von den Banken geforderten zusätzlichen Dokumentationspflichten und 20 Prozent auf die Höhe der Zinsen hin.

 

Zur Information:

Basis der Angaben ist eine repräsentative Konjunkturumfrage der IHK Südthüringen, die vom 31. März bis 1. Mai 2025 durchgeführt wurde. Zur IHK Südthüringen mit 25.500 Mitgliedsunternehmen gehören auch ca. 8.600 Unternehmen aus dem Landkreis Schmalkalden-Meiningen. Den branchenmäßig größten Anteil stellen die 3.800 Dienstleister mit 18.100 Beschäftigten, gefolgt von 2.200 Handelsunternehmen mit 5.700 Beschäftigten. Zur Industrie gehören im Landkreis Schmalkalden-Meiningen 900 Unternehmen mit 12.300 Beschäftigten.

Suhl, 3. Juli 2025

Dr. Jan Pieter Schulz
Referent Volkswirtschaft

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