Klarmachen zum Aufschwung im Ilm-Kreis? - Konjunkturbericht Herbst 2025 der IHK Südthüringen

Die wirtschaftliche Lage im Ilm-Kreis zeigt sich im Herbst 2025 insgesamt weiterhin in der Rezession, mit verhaltenen Anzeichen einer Besserung. Die aktuellen Ergebnisse der Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen zeigen: Die Unternehmen der Region gehören zu den zufriedensten in ganz Thüringen. Besonders die Industrie steht gut da. Sie ist Umsatz-Spitzenreiter im Freistaat, vor allem dank der starken Hersteller elektrischer Ausrüstungen.

Derzeit bewerten 27 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage als gut, 44 Prozent als befriedigend oder saisonüblich, und 29 Prozent als schlecht. Für die kommenden Monate erwarten neun Prozent eine Verbesserung, 57 Prozent stabile Geschäfte und 34 Prozent eine Verschlechterung. 

Der Konjunkturklimaindikator, der aktuelle Lage und Erwartungen zusammenfasst, liegt bei 86,1 Punkten von 200 möglichen. Gegenüber dem Frühsommer 2025 ist das ein Plus von vier Punkten, im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg um 18 Punkte. Werte unter 100 Punkten signalisieren weiterhin eine konjunkturell schwierige Lage, der Trend zeigt jedoch nach oben. Im Landesvergleich schneidet der Ilm-Kreis überdurchschnittlich ab: Der IHK-Bezirk Südthüringen erreicht 73 Punkte, der Bezirk Erfurt 78 Punkte, Ostthüringen liegt mit 89 Punkten leicht vorn. Innerhalb des Ilm-Kreises liegt Arnstadt mit 100 Punkten bereits im positiven Bereich, während Ilmenau mit 81 Punkten noch darunter liegt.

Im Geschäft mit privaten Kunden melden 42 Prozent der Betriebe höhere Umsätze als im Vorjahr, 33 Prozent stabile und 25 Prozent rückläufige Erlöse. Im gewerblichen Bereich berichten lediglich 16 Prozent von gestiegenen Aufträgen, 40 Prozent von stabilen und 44 Prozent von sinkenden Volumina. Die Ertragslage hat sich bei 13 Prozent verbessert, blieb bei 41 Prozent unverändert und verschlechterte sich bei 46 Prozent.

Trotz dieser gemischten Ergebnisse zeigt sich die Investitionsbereitschaft ausgesprochen hoch: 86 Prozent der Unternehmen planen Investitionen in den kommenden Monaten. Der höchste Wert im Kammerbezirk Südthüringen. 19 Prozent davon wollen ihre Investitionen sogar ausweiten. Vorrangig sind Ersatzinvestitionen geplant, daneben Maßnahmen zur Kostensenkung (22 Prozent), Investitionen in neue Produkte und Dienstleistungen (14 Prozent) sowie zur Kapazitätserweiterung (11 Prozent).

„Die Zeit vor einem möglichen Aufschwung kann für Investitionen genutzt werden, gerade weil die Vorlaufzeiten im Baugewerbe, bei industriellen Zulieferern und dem Dienstleistungsbereich überschaubar sind. Die Bundesregierung setzt mit steuerlichen Anreizen Impulse, etwa über den Investitionsbooster oder die geplante Senkung der Körperschaftsteuer ab 2028. Das allein aber reicht nicht. Wir brauchen tiefgreifende Strukturreformen. Nur dann können private Investitionen im Land bleiben und ihre volle Wirkung für den Standort entfalten. Nur so werden unsere Unternehmen auch weitreichende Investitionsentscheidungen treffen können“, erklärt Dr. Ralf Pieterwas, Hauptgeschäftsführer der IHK Südthüringen.

Als größte Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung nennen die Unternehmen die Inlandsnachfrage (59 Prozent) und die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (57 Prozent). Daneben bleibt der demografische Wandel ein zentrales Thema. Ein Viertel der Betriebe geht davon aus, in den kommenden Monaten freiwerdende Stellen unbesetzt zu lassen. Mit Blick auf eine mögliche Nachfragebelebung sollten die Unternehmen dennoch vorbereitet sein, Personal künftig wieder aufbauen zu können.

 

Zur Information:
Die Ergebnisse beruhen auf der repräsentativen Konjunkturumfrage der IHK Südthüringen, die vom 8. September bis 5. Oktober 2025 durchgeführt wurde. Die IHK vertritt rund 25.500 Mitgliedsunternehmen, davon 6.600 im Ilm-Kreis. Den größten Anteil stellen die Dienstleister mit 3.100 Betrieben und 15.700 Beschäftigten, gefolgt vom Handel mit 1.500 Unternehmen und 3.900 Beschäftigten. Die Industrie umfasst 650 Betriebe mit 14.600 Beschäftigten.
 

Suhl, 11. November 2025

Dominik Konrad
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