Neupositionierung der Koalition zum Verbrenner-Aus
Statement des Hauptgeschäftsführers der Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen, Dr. Ralf Pieterwas, zur Neupositionierung der Koalition zum Verbrenner-Aus:
„Technologieoffenheit ist kein Selbstzweck, sondern die Grundlage für realistischen Klimaschutz und industrielle Stärke. Umso wichtiger ist es, dass die Union ihre frühere und die SPD ihre gegenwärtige Verweigerungshaltung aufgegeben haben und nun einen pragmatischen Kurs unterstützen.
Dabei muss klar gesagt werden: Verbrennerfahrzeuge werden auch künftig und auf absehbare Zeit mit fossilen Kraftstoffen im Einsatz bleiben müssen. Das ist unerlässlich, um Mobilität für alle, insbesondere in der Fläche, und wirtschaftliche Wertschöpfung sicherzustellen.
Wir begrüßen, dass die Bundesregierung nun einen Kurs einschlägt, der die Interessen der deutschen Industrie und insbesondere der Automobilindustrie wieder in den Blick nimmt. Deutschland verfügt über herausragende technologische, industrielle und wirtschaftliche Kompetenz im Bereich des Verbrennungsmotors. Diese Stärke darf nicht leichtfertig aufgegeben werden. Jetzt kommt es darauf an, dass Deutschland auf europäischer Ebene in aller Deutlichkeit realistische und machbare Regelungen einfordert und auf deren zügigen Abschluss drängt. Planungssicherheit zum Fortbestand des Verbrenners mit fossilen Kraftstoffen ist für Unternehmen und Beschäftigte entscheidend, um Wertschöpfung und Arbeitsplätze zu sichern.
Kritikern sei gesagt: Die Entscheidung für den Verbrennungsmotor ist keine Entscheidung gegen Elektromobilität oder gegen Klimaschutz. Klimaschutz kann nur dann erfolgreich sein, wenn er ökonomisch tragfähig ist. Maßnahmen, die tausende Arbeitsplätze abschaffen oder gefährden, die Sozialsysteme belasten und unseren Wohlstand untergraben, sind nicht länger vermittelbar. Gerade deshalb ist es notwendig, dass Deutschland und Europa ihre industrielle Stärke nicht durch voreilige und überambitionierte Regulierung einseitig aufs Spiel setzen, sondern konsequent auf Technologievielfalt und ihre Stärken setzen.”
Suhl, 28. November 2025
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