Kernfusion als Zukunftschance

Südthüringer Wirtschaft fordert Tempo bei Umsetzung des Aktionsplans

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen sieht in der Kernfusion einen entscheidenden Baustein für eine sichere und bezahlbare Energiezukunft. Nach Ansicht der Kammer muss Deutschland eine Führungsrolle in der Fusionsforschung und der energietechnischen Anwendung übernehmen. Zugleich fordert die IHK Südthüringen von der Politik nicht nur klare Meilensteine im Fusions-Aktionsplan, sondern weitergehende Maßnahmen für wettbewerbsfähige Strompreise, damit die Wirtschaft bis zur Marktreife der Fusionsenergie nicht weiter an Wettbewerbsfähigkeit verliert.

Die IHK Südthüringen begrüßt den vom Bund vorgelegten Aktionsplan „Deutschland auf dem Weg zum Fusionskraftwerk“ ausdrücklich. Nach intensiver internationaler Forschung rückt die Anwendung der Kernfusion über den Labormaßstab hinaus in greifbare Nähe. Die aktuell schnellen technologischen Fortschritte bei nationalen und internationalen Fusionsprojekten verdeutlichen das erhebliche Potenzial dieser Technologie für eine sichere, saubere und nahezu unbegrenzte Energieversorgung. Reichlich vorhandene Rohstoffe, eine deutlich höhere Sicherheit als bei der Kernspaltung und die Entstehung von weniger und kurzlebigeren radioaktiven Abfällen sind enorme Vorteile der Technologie. Zudem würde bei der Energiegewinnung aus Kernfusion die erforderliche Ergänzung zu erneuerbaren Energien erreicht. Die Fusionskraftwerke könnten als grundlastfähige Energiequelle dienen, und damit die Energiesicherheit erhöhen sowie zur Entspannung von Ressourcenkonflikten beitragen.

„Die Zeit aber läuft,“ mahnt Dr. Ralf Pieterwas, Hauptgeschäftsführer der IHK Südthüringen. „Andere Nationen haben bei dieser Schlüsseltechnologie bereits einigen Vorsprung. Deutschland sollte nicht zum Zuschauer werden, wenn die nächste Energietechnologie zur Marktreife geführt wird und darüber neue Abhängigkeiten von Energieimporten und fremden Technologien zu unseren Lasten entstehen.“

Gleichzeitig erinnert die IHK Südthüringen daran, die industrielle Perspektive nicht aus den Augen zu verlieren: „Unsere Unternehmen benötigen nicht erst in zwanzig Jahren bezahlbare Energie. Sie brauchen sie jetzt. Während der Weg zum Einsatz der Fusionsenergie konsequent verfolgt werden sollte, gilt es zugleich, die bestehenden Rahmenbedingungen für wettbewerbsfähige Strompreise, zum Beispiel durch die Erschließung heimischer Energieträger, zu verbessern,“ sagt Dr. Ralf Pieterwas. 

„Deutschland verfügt über die wissenschaftliche Kompetenz und das industrielle Know-how, um bei der Fusionsenergie eine wichtige Rolle zu spielen. Aber Kompetenz in der Forschung allein reicht nicht: Ein klares Bekenntnis, ausreichende Forschungsfinanzierung und der nachhaltige Wille, gemeinsam mit der Wirtschaft diese Technologie auf den Markt zu bringen, das ist jetzt gefragt. Die Südthüringer Wirtschaft ist auf eine unterbrechungsfreie und kostengünstige Energie- und Rohstoffversorgung angewiesen“, fordert Dr. Ralf Pieterwas.

 

Zur Information:

Der auf das Jahr 2040 ausgerichtete Aktionsplan bildet aus Sicht der Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen eine erste wichtige Grundlage. Entscheidend ist jedoch, dass die darin beschriebenen acht Maßnahmenbereiche rasch mit verbindlichen Meilensteinen, ausreichend finanziellen und personellen Mitteln und konkreten Umsetzungsvorschlägen unterlegt werden. Aus Sicht der Südthüringer Wirtschaft verdienen insbesondere folgende Schwerpunkte besondere Aufmerksamkeit:

/ Nachhaltige und gezielte Forschungsförderung: Eine verlässliche, langfristige und solide Finanzierung ist die Basis für Entwicklung und Markteinführung.

/ Aufbau eines nationalen Fusionsökosystems: Enge Zusammenarbeit von Wissenschaft, Industrie und Start-ups muss die Kommerzialisierung enorm beschleunigen.

/ Ausbau von Forschungsinfrastrukturen und Technologiedemonstratoren: Nur durch praxisnahe Erprobung lassen sich schnelle industrielle Anwendungen vorbereiten.

Suhl, 14. Oktober 2025

Dominik Konrad
Referent Öffentlichkeitsarbeit | Mitgliederkommunikation

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