Automobil-Zulieferer in Südthüringen brauchen Planungssicherheit

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen warnt vor den Folgen unsicherer politischer Rahmenbedingungen für die regionale Zulieferindustrie. Bereits heute ist der Stellenabbau erheblich. Damit unternehmerische Entscheidungen künftig für und nicht gegen den Standort Südthüringen ausfallen, braucht es stabile, verlässliche und industriefreundliche Vorgaben, insbesondere seitens der EU.

„Es ist ein wichtiges Signal, dass die Automobilindustrie und ihre Zulieferer scheinbar mehr Aufmerksamkeit seitens des Kanzlers erfahren sollen. Häufig wird übersehen, dass große Teile der Wertschöpfung, und damit tausende Arbeitsplätze, über die Zulieferbetriebe kommen“, erklärt Dr. Ralf Pieterwas, Hauptgeschäftsführer der IHK Südthüringen.

Vor dem nun angekündigten Dialog der EU-Kommission mit der Industrie verweist die IHK Südthüringen auf die besondere Bedeutung der Regulierung der CO₂-Vorgaben und der forcierten Klimaziele. Diese werden entscheidend dafür sein, ob Unternehmen in Südthüringen und Deutschland weiterhin investieren. „Schon heute ist der Stellenabbau in der Branche erheblich. Gleichzeitig wissen wir: Unternehmer sind gefordert, ihre Geschäftsmodelle weiterzuentwickeln, in Innovationen zu investieren und attraktive Arbeitsplätze zu schaffen. Das kann für Südthüringen insbesondere Chancen in der Rüstungsindustrie eröffnen. Doch unternehmerische Entscheidungen brauchen langfristige Klarheit und Kalkulierbarkeit. Bleibt die EU bei ihrem angelegten Korsett, werden sie immer häufiger nicht für, sondern gegen den Standort Südthüringen und Deutschland fallen. Das ist eine harte Realität“, macht Dr. Pieterwas deutlich und kritisiert: „Wenn Vorschriften, gerade seitens der EU, immer standortfeindlicher werden, ständig schärfer formuliert oder kurzfristig verändert werden, ist das so, als würde man bei einer Zugfahrt unterwegs die Gleise neu verlegen wollen. Ans Ziel kommt so niemand und der Zug ist hinüber“.

Deutschland ist in Entwicklung und Produktion inzwischen in vielen Bereichen zu teuer. Ursachen sind politische Unsicherheiten, hohe Produktionskosten, beispielsweise durch nicht wettbewerbsfähige Strompreise, infrastrukturelle Defizite und Energieversorgungsprobleme. „Andere Länder bieten attraktive Alternativen. Unternehmer wägen nüchtern ab, wo die besseren Bedingungen bestehen. Wenn wir den Standort Südthüringen und Deutschland insgesamt stärken wollen, braucht es jetzt eine klare, gemeinsame und industriefreundliche Marschrichtung. Auf jeden Fall muss das Verbrennerverbot im nächsten Jahr endgültig fallen, sodass die technologische Transformation in realistischen Zeiträumen gelingen kann“, betont Dr. Pieterwas abschließend.

Suhl, 11. September 2025

Dominik Konrad
Referent Öffentlichkeitsarbeit | Mitgliederkommunikation

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