Faktor Arbeit darf nicht weiter belastet werden
Statement zu Minijobs und Rentenreform
„Es ist gut, dass die Bundesregierung Reformen endlich anpackt. Und natürlich kann die Regierung nicht alles so belassen wie es war. Allerdings muss alles unterbleiben, was den Faktor Arbeit weiter belastet und damit die schwindende Wettbewerbsfähigkeit, insbesondere der deutschen Industrie, weiter senkt. Diese Position hat nichts mit Lobbyismus zu tun, sondern entsteht aus Sorge um Deutschland als Industriestandort.
Somit lehnt die IHK Südthüringen die Pläne zur faktischen Abschaffung der Minijobs und das Finanzierungsmodell der geplanten Kapitalstockrente kategorisch ab. Aus Sicht des Staates sind sowohl für Minijobs ersatzweise entstehende SV-pflichtige Beschäftigungsverhältnisse als auch die von Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu finanzierende Kapitalmarktrente neue Stabilisatoren der Sozialsysteme. Für die Wirtschaft entstehen neue Lohnnebenkosten und damit eine Erhöhung der Personalkosten. Dadurch wird aus einer notwendigen guten Reform ein neuer Wettbewerbsfähigkeitskiller.
Deutschland nimmt so viel Geld ein wie nie zuvor: Rund 990 Milliarden Euro Steuern flossen 2025 in die öffentlichen Kassen. Trotzdem werden Unternehmen und Beschäftigte immer wieder zusätzlich zur Kasse gebeten. Das eigentliche Problem sind nicht fehlende Einnahmen, sondern ausufernde Ausgaben. Statt den Faktor Arbeit immer weiter zu belasten, muss der Staat sich auf seine Kernaufgaben konzentrieren. Das bedeutet Ausgaben zu priorisieren und staatlichen Konsum zu begrenzen.“
- Dr. Ralf Pieterwas
Suhl, 14.07.2026
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