Statement Thüringer Industrie- und Handelskammern zur Novellierung der Thüringer Feldes- und Förderabgabe

Gemeinsames Statement der drei Hauptgeschäftsführer der Thüringer Industrie- und Handelskammern (IHKs) zur Novellierung der Thüringer Feldes- und Förderabgabe und dessen Auswirkungen auf die Thüringer Wirtschaft:

„Die geplante Novelle ist kein Nischenthema: Höhere Abgaben auf heimische Rohstoffe können Bau- und Infrastrukturprojekte in Thüringen verteuern und Investitionen in neue Lagerstätten ausbremsen. Besonders problematisch ist die neue Feldesabgabe, weil sie die bereits kostenintensive Suche nach Rohstoffen belastet, bevor Unternehmen überhaupt Erlöse erzielen. Einzelne Betriebe rechnen mit Preissteigerungen bei Baumaterialien von fünf bis zehn Prozent beziehungsweise mit betrieblichen Mehrbelastungen von bis zu 40 Prozent. 

Ziel der Novellierung muss deshalb sein, den Standortvorteil Thüringens mit seinen vielfältigen mineralischen Rohstoffen zu erhalten und gleichzeitig die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Unternehmen zu sichern. Die Festlegung der Abgabensätze sollte daher mindestens rohstoffspezifisch, nachvollziehbar und mit Augenmaß erfolgen. 

Das Thüringer Umweltministerium sollte den Verordnungsentwurf deshalb nochmals überdenken und vor einer Entscheidung eine belastbare Folgenabschätzung für Unternehmen, Investitionen und die langfristige Rohstoffversorgung am Wirtschaftsstandort Thüringen vorlegen.“

 

Hintergrund:

Die Thüringer Landesregierung plant, erstmals eine Feldesabgabe für die Suche nach bergfreien Bodenschätzen einzuführen und bestehende Förderabgaben teilweise deutlich anzuheben. Betroffen sind unter anderem Rohstoffe wie Gips und Salze; höhere Gewinnungskosten können sich auch auf nachgelagerte Branchen sowie Bau- und Infrastrukturvorhaben auswirken. Der Verordnungsentwurf sieht Abgabensätze von bis zu 18,5 Prozent vor. Die Thüringer IHKs begrüßen die geplanten digitalen und administrativen Vereinfachungen, verlangen vor neuen finanziellen Belastungen jedoch eine branchen-, rohstoff- und standortbezogene Folgenabschätzung.

- Dr. Ralf Pieterwas

 

Suhl, 03.08.2026

Dominik Konrad
Referent Öffentlichkeitsarbeit | Mitgliederkommunikation

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