Rezession und kaum Aufbruch im Oberzentrum - Konjunkturbericht Herbst 2025 der IHK Südthüringen

Die Wirtschaft im Oberzentrum Südthüringen kommt nicht aus der Rezession. Teilweise verschlechtert sich die Stimmung in Suhl, Zella-Mehlis, Oberhof und Schleusingen weiter. Zu hohe Kosten, zu wenig Fachkräfte und eine schwache Nachfrage bremsen die Entwicklung. Das zeigt der aktuelle Konjunkturbericht Herbst 2025 der Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen.

Nur 19 Prozent der Unternehmen im Oberzentrum Südthüringen bewerten ihre Geschäftslage derzeit als gut, 34 Prozent als befriedigend und fast die Hälfte als schlecht. Die Erwartungen bleiben pessimistisch: Lediglich sechs Prozent rechnen mit besseren Geschäften, 49 Prozent mit einer Fortsetzung des schwachen Trends und 45 Prozent mit einer weiteren Verschlechterung.

Der Konjunkturklimaindikator liegt bei 65,9 von 200 Punkten. Das sind 13 Punkte weniger als im Frühsommer. An der 100-Punkte-Marke scheiden sich Rezession und Aufschwung. Damit vertieft sich die Rezession weiter. Regional gibt es Unterschiede: In Schleusingen liegt der Wert bei 77,8 Punkten, in Suhl bei 62,9 und in Zella-Mehlis/Oberhof bei 61,9 Punkten.

„Die Krise hat längst einen strukturellen Charakter. Die Industrie befindet sich mitten in der Transformation. Sinkende Nachfrage nach heimischen Produkten, weiter steigende Kosten und eine alternde Bevölkerung sind erschwerende Faktoren. Viele Betriebe reagieren mit Anpassungen, treffen aber auf eine Politik, die Bürokratie nicht abbaut, sondern noch zusätzlich aufbaut, immer neue Bremsen setzt und konsequente Entscheidungen pro Wachstumsorientierung stur verweigert. Was wir brauchen, sind tiefgreifende Reformen, die Lust auf Arbeit und Investitionen machen. Was wir bekommen, sind Fehlentscheidungen und Klientelpolitik, die keinen Beitrag zu den dringenden Fragen der Zeit leisten“, erklärt Dr. Ralf Pieterwas, Hauptgeschäftsführer der IHK Südthüringen.

Die Auftragslage bleibt angespannt: Nur sechs Prozent der Unternehmen berichten von steigenden Bestellungen aus dem gewerblichen Bereich, während 49 Prozent Rückgänge verzeichnen. Im Endkundengeschäft melden sieben Prozent Umsatzzuwächse, aber 42 Prozent Rückgänge.

Die Ertragslage hat sich für 68 Prozent der Betriebe verschlechtert; lediglich drei Prozent berichten von Verbesserungen.

Als größte Risiken nennen die Unternehmen:

  • Inlandsnachfrage (65 Prozent)
  • wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen (61 Prozent)
  • Fachkräfteengpässe (60 Prozent)
  • Energiepreise (55 Prozent)
  • hoher Krankenstand (51 Prozent)

Der Arbeitskräftemangel bleibt dabei ein zentrales Problem. Nur vier Prozent der Betriebe erwarten in den kommenden Monaten steigende Beschäftigtenzahlen, während 38 Prozent mit einem Personalrückgang rechnen.

Trotz steuerlicher Anreize bleibt die Investitionstätigkeit gering. 61 Prozent der Unternehmen planen Investitionen, überwiegend Ersatzbeschaffungen. 19 Prozent setzen auf Kostensenkungen, was betriebswirtschaftlich richtig, gesamtwirtschaftlich jedoch problematisch ist. Erst wenn Investitionen wieder durch echte Wachstumschancen getragen werden, kann die Wirtschaft den Wendepunkt erreichen.

 

Zur Information
Die Angaben basieren auf der Konjunkturumfrage der IHK Südthüringen, durchgeführt vom 8. September bis 5. Oktober 2025. Das Oberzentrum Südthüringen umfasst die Städte Suhl, Zella-Mehlis, Oberhof und Schleusingen und bildet einen zentralen Wirtschaftsraum im Süden des Freistaats.

Die Ergebnisse des Konjunkturberichts finden Sie detailliert hier: www.suhl.ihk.de/konjunktur

Suhl, 07. November 2025

Dominik Konrad
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