Wirtschaft im Landkreis Schmalkalden-Meiningen stabilisiert sich langsam - Konjunkturbericht Herbst 2025 der IHK Südthüringen
Nach Jahren der Krisen zeigt die Wirtschaft im Landkreis Schmalkalden-Meiningen erste Anzeichen einer Stabilisierung. Die Unternehmen kämpfen zwar weiter mit hohen Kosten, steigenden Löhnen und bürokratischen Belastungen, doch Investitionen und Anpassungen deuten auf eine beginnende Erholung hin. Das zeigt der aktuelle Konjunkturbericht Herbst 2025 der Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen.
Noch immer arbeiten über 40 Betriebe mit rund 600 Beschäftigten in Kurzarbeit. Dennoch verbessert sich die Stimmung leicht: 22 Prozent der Unternehmen bewerten ihre Lage als gut, 46 Prozent als befriedigend und 33 Prozent als schlecht. Für die kommenden Monate erwarten elf Prozent bessere Geschäfte. Der Konjunkturklimaindikator liegt bei 81,2 Punkten, und damit drei Punkte mehr als im Frühsommer und 15 mehr als im Vorjahr.
Regional zeigen sich deutliche Unterschiede: Während in Meiningen 96,5 Punkte erreicht werden, liegen Schmalkalden bei 91,7 Punkten und Zella-Mehlis mit 59,5 Punkten weiterhin im Krisenbereich.
„Im ganzen Landkreis wird die 100-Punkte-Marke, die zwischen Rezession und Aufschwung unterscheidet, noch unterschritten. Doch die Signale sind erkennbar: Die Betriebe passen ihre Geschäftsmodelle an, investieren und treiben die Transformation voran“, erklärt Dr. Ralf Pieterwas, Hauptgeschäftsführer der IHK Südthüringen und betont: „Damit die positive Bewegung nicht zum Stillstand kommt, braucht es dringend neue Impulse. Eine Politik die größer denkt, die Wettbewerbsfähigkeit stärkt durch echten Bürokratieabbau, spürbar niedrigere Energiepreise, weniger Vorgaben und schnellere Entscheidungen. Das würde den Standort wirklich voranbringen. Nur so kann aus vorsichtiger Stabilisierung wieder nachhaltiges Wachstum entstehen“.
Trotz vorsichtiger Zuversicht bleibt die Ertragslage schwach: Nur 15 Prozent der Unternehmen melden Umsatzsteigerungen im Endkundengeschäft, 42 Prozent verzeichnen Rückgänge. Auch im gewerblichen Bereich ging die Auftragslage für die Hälfte der Betriebe zurück.
Immerhin zwei Drittel der Unternehmen planen Investitionen, vor allem Ersatzbeschaffungen und Kostensenkungen. Erweiterungsprojekte bleiben die Ausnahme. Im Personalbereich erwarten 66 Prozent stabile Beschäftigung, 10 Prozent Zuwächse und 24 Prozent Rückgänge bedingt durch Auftragslage und demografische Entwicklungen. Innerhalb eines Jahres sank die Zahl der Beschäftigten um 917 Personen, während die Zahl der Arbeitslosen leicht zunahm.
Als größte Risiken nennen die Unternehmen die Inlandsnachfrage (66 %) und die Bundespolitik (64 %). Auffällig ist zudem der hohe Krankenstand, den 40 Prozent der Betriebe als Belastung nennen – ein zusätzliches Problem in einer alternden Belegschaft, in der jede Fachkraft zählt.
Zur Information
Die Ergebnisse basieren auf der Konjunkturumfrage der IHK Südthüringen vom 8. September bis 5. Oktober 2025 sowie auf Daten der Bundesagentur für Arbeit. Zur IHK Südthüringen mit 25.500 Mitgliedsunternehmen gehören rund 8.700 Unternehmen aus dem Landkreis Schmalkalden-Meiningen. Die regionale Wirtschaft umfasst 3.900 Dienstleister mit 17.400 Beschäftigten, 2.000 Handelsunternehmen mit 5.600 Beschäftigten und 900 Industriebetriebe mit 11.900 Beschäftigten.
Die Ergebnisse des Konjunkturberichts finden Sie detailliert hier: www.suhl.ihk.de/konjunktur.
Suhl, 4. November 2025
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