Dienstleister geben Impulse für die Erholung

Konjunkturbericht Herbst 2026 für das Oberzentrum Südthüringen

 

Die wirtschaftliche Stimmung im Oberzentrum Südthüringen hat sich deutlich aufgehellt. Vor allem Dienstleistungsunternehmen beurteilen ihre Geschäftslage positiv. Auch einige Industriebetriebe erwarten wieder bessere Geschäfte. Tritt dies ein, wäre das Oberzentrum Südthüringen eine der ersten Regionen, in denen der Aufschwung beginnen könnte. Noch überwiegen allerdings die Unternehmen, die mit einer Verschlechterung rechnen. Das zeigt die Konjunkturumfrage Herbst 2026 der Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen.

Aktuell bewerten 28 Prozent der Unternehmen ihre Lage als gut, 40 Prozent als saisonüblich beziehungsweise befriedigend und 32 Prozent als schlecht. Getragen werden die positiven Einschätzungen vor allem durch den Dienstleistungssektor, ohne dass sich dort ein einzelner Branchenschwerpunkt abzeichnet.

Für die kommenden Monate erwarten 16 Prozent bessere und 57 Prozent unveränderte Geschäfte. Mit einer Verschlechterung rechnen 27 Prozent. Damit fallen die Geschäftserwartungen in keiner anderen Region Südthüringens so günstig aus. Auch aus Teilen der Industrie kommen vorsichtig zuversichtliche Rückmeldungen.

Der Konjunkturklimaindikator erreicht 92,0 von 200 möglichen Punkten. Das sind 30 Punkte mehr als in der Frühsommerumfrage und 26 Punkte mehr als vor einem Jahr. Berechnet wird er als geometrischer Mittelwert aus der Lagebeurteilung und den Geschäftserwartungen. Der deutliche Anstieg signalisiert eine Verbesserung des wirtschaftlichen Klimas. Unterhalb der 100-Punkte-Marke überwiegen jedoch weiterhin die negativen Einschätzungen.

„Die Dienstleister geben der wirtschaftlichen Entwicklung im Oberzentrum wichtige Impulse. Wenn sich auch die Erwartungen der Industriebetriebe verbessern, kann die Erholung an Breite gewinnen. Wie tragfähig diese Entwicklung ist, bleibt angesichts der erheblichen Risiken aber offen. Zusätzliche Nachfrage kann entstehen, wenn die angekündigten Infrastrukturinvestitionen tatsächlich umgesetzt werden. Ein selbsttragender Aufschwung braucht vor allem aber mehr private Investitionen. Dafür muss die Bundesregierung die Wettbewerbsbedingungen spürbar verbessern“, sagt Dr. Ralf Pieterwas, Hauptgeschäftsführer der IHK Südthüringen.

Weitere 55 Prozent der Unternehmen betrachten den Krankenstand als wirtschaftliches Risiko. Fehlzeiten erschweren die betrieblichen Abläufe und können dazu führen, dass vorhandene Aufträge nicht vollständig oder fristgerecht bearbeitet werden können. Die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen und die Inlandsnachfrage nennen jeweils 53 Prozent als Risiko.

„Die zunehmenden Renteneintritte erklären, weshalb der bisherige Beschäftigungsabbau nicht im gleichen Maß zu höherer Arbeitslosigkeit führt. Zugleich können fehlende Fachkräfte eine mögliche Erholung bremsen. Um Wachstumschancen zu nutzen, müssen sowohl ausreichend Arbeitskräfte verfügbar als auch Investitionen wirtschaftlich tragfähig sein“, betont Dr. Ralf Pieterwas. 

Für die kommenden Monate planen 70 Prozent der Unternehmen Investitionen. Im Mittelpunkt stehen Ersatzbeschaffungen. Daneben wollen 24 Prozent in kostensenkende Maßnahmen investieren. Zehn Prozent planen Erweiterungsinvestitionen. Damit gibt es neben dem Erhalt bestehender Kapazitäten auch Ansätze für zusätzliches Wachstum.

Bei der Beschäftigung erwarten acht Prozent der Unternehmen einen Zuwachs. Weitere 70 Prozent rechnen mit unveränderten Mitarbeiterzahlen.

„Die seitens des Bundeskanzlers angekündigte Senkung der Stromsteuer für alle auf das europäische Mindestniveau muss jetzt zügig und dauerhaft umgesetzt werden. Gerade die bislang nicht begünstigten Handels- und Dienstleistungsunternehmen brauchen diese Entlastung. Für international wettbewerbsfähige Energiekosten müssen spürbare Entlastungen bei den Netzentgelten und der CO₂-Bepreisung hinzukommen, damit wieder finanzieller Spielraum für Investitionen entsteht“, fordert Dr. Ralf Pieterwas abschließend. 

 

Zur Information:

Die Angaben basieren auf einer repräsentativen Konjunkturumfrage der IHK Südthüringen, die vom 7. September bis 4. Oktober 2026 durchgeführt wurde. In ihren Wirtschaftspolitischen Grundpositionen 2026 fordert die IHK Südthüringen, das Oberzentrum Südthüringen aus den Städten Oberhof, Schleusingen, Suhl und Zella-Mehlis bestehen soll. Diese sind entsprechend Bestandteil der vorliegenden Erhebung. 

Den Konjunkturbericht finden Sie unter www.suhl.ihk.de/konjunktur.

 

Suhl, 27.10.2026

Dominik Konrad
Dominik Konrad
Referent Öffentlichkeitsarbeit | Mitgliederkommunikation

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