Hildburghausens Geschäfte laufen wieder etwas besser

Konjunkturbericht Herbst 2026 für den Landkreis Hildburghausen

 

Die Stimmung der Unternehmen im Landkreis Hildburghausen hat sich aufgehellt und erreicht den höchsten Stand seit drei Jahren. Vor allem die Geschäftslage wird wieder besser beurteilt. Die Erwartungen bleiben jedoch überwiegend pessimistisch. Hohe Energie- und Rohstoffkosten belasten die Erträge und begrenzen die Spielräume für Investitionen. Ob sich aus den ersten Erholungssignalen ein selbsttragender Aufschwung entwickelt, bleibt deshalb offen. Das zeigt die Konjunkturumfrage Herbst 2026 der Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen für den Landkreis Hildburghausen.

Die wirtschaftliche Schwäche hält bereits seit mehreren Jahren an. Zwischen 2018 und 2024 ist das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Landkreis lediglich zweimal gewachsen: 2020 um 2,4 Prozent und 2023 um 0,9 Prozent. Die BIP-Zahlen bilden die Entwicklung der Bruttowertschöpfung der einzelnen Wirtschaftszweige ab. Die auf Unternehmensbefragungen beruhende IHK-Konjunkturumfrage bestätigt das Bild einer anhaltenden Schwächephase. Auch für 2025 zeigte sie keine Erholung. Erst im Sommer 2026 verbesserte sich die Lagebeurteilung. Diese Entwicklung hat sich im Herbst fortgesetzt.

Aktuell bewerten 21 Prozent der Unternehmen ihre Geschäftslage als gut, 32 Prozent als befriedigend und 47 Prozent als schlecht. In den kommenden Monaten rechnen sieben Prozent mit besseren Geschäften. 41 Prozent erwarten keine Veränderung, während 52 Prozent von einer Verschlechterung ausgehen.

Der IHK-Konjunkturklimaindikator erreicht 63,7 von 200 möglichen Punkten. Das sind zwölf Punkte mehr als im Frühsommer 2026 und acht Punkte mehr als vor einem Jahr. Berechnet wird er als geometrischer Mittelwert aus der Lagebeurteilung und den Geschäftserwartungen. Trotz des Anstiegs liegt er weiterhin deutlich unter der 100-Punkte-Marke. Die Krisensymptome überwiegen somit auch im Landkreis Hildburghausen.

„Die Industrie prägt die Wirtschaft im Landkreis Hildburghausen. Ihr Anteil an der Bruttowertschöpfung liegt bei 30 Prozent und damit neun Prozentpunkte über dem Bundesdurchschnitt. Viele Betriebe sind als Automobilzulieferer eng mit der Entwicklung der Fahrzeughersteller verbunden. Deren Absatzprobleme und Kostensenkungsprogramme erhöhen den Preisdruck auf die Zulieferer. Gleichzeitig steigen die Kosten für Energie und Rohstoffe sowie durch die Anhebung des gesetzlichen Mindestlohns. Das setzt die Erträge von beiden Seiten unter Druck“, sagt Dr. Ralf Pieterwas, Hauptgeschäftsführer der IHK Südthüringen, und betont: „Die bessere Lagebeurteilung ist ein ermutigendes Signal, aber noch kein belastbarer Aufschwung. Damit daraus mehr wird, müssen sich Investitionen am Standort wieder rechnen. Dafür braucht es dauerhaft wettbewerbsfähige Energiekosten und einen spürbaren Abbau bürokratischer Pflichten. Zusätzliche staatlich verursachte Kosten würden eine mögliche Erholung gefährden“.

Ein ermutigendes Zeichen kommt aus dem Auslandsgeschäft der Industrie. Nach dem starken Einbruch im vergangenen Jahr melden wieder 69 Prozent der Industriebetriebe Auslandsaufträge. Ob die Belebung im Inlands- und Auslandsgeschäft ausreicht, um die wirtschaftliche Entwicklung im Landkreis branchenübergreifend zu stärken, bleibt jedoch offen.

Die Risiken sind weiterhin erheblich. Jeweils 71 Prozent der Unternehmen betrachten die Energie- und Rohstoffpreise als Gefahr für ihre wirtschaftliche Entwicklung. 59 Prozent nennen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen. Dabei wird insbesondere die überbordende Bürokratie kritisiert. Ebenfalls 59 Prozent verweisen auf die schwache Inlandsnachfrage.

Unter diesen Bedingungen bleibt die Investitionsbereitschaft gering. Lediglich 48 Prozent der Unternehmen planen Investitionen, die überwiegend Ersatzbeschaffungen dienen. Für eine breitere wirtschaftliche Belebung fehlt damit weiterhin die Bereitschaft, über den Erhalt des Bestehenden hinaus zu investieren.

Auch bei der Beschäftigung zeichnet sich keine Trendwende ab. Neben der konjunkturellen Entwicklung wirken sich demografische Veränderungen aus. Lediglich drei Prozent der Unternehmen erwarten wachsende Mitarbeiterzahlen, während 35 Prozent mit einem Personalrückgang rechnen. In 62 Prozent der Betriebe soll die Beschäftigtenzahl unverändert bleiben.

 

Zur Information:

Die Angaben basieren auf einer repräsentativen Konjunkturumfrage der IHK Südthüringen, die vom 7. September bis 4. Oktober 2026 durchgeführt wurde. Zur IHK Südthüringen mit 25.000 Mitgliedsunternehmen gehören rund 4.000 Unternehmen aus dem Landkreis Hildburghausen. Den branchenmäßig größten Anteil stellen die 1.800 Dienstleister mit 7.200 Beschäftigten, gefolgt von 900 Handelsunternehmen mit 1.800 Beschäftigten. Zur Industrie gehören im Landkreis Hildburghausen 350 Unternehmen mit 5.800 Beschäftigten.

Den Konjunkturbericht finden Sie unter www.suhl.ihk.de/konjunktur.

 

Suhl, 20.10.2026

Dominik Konrad
Dominik Konrad
Referent Öffentlichkeitsarbeit | Mitgliederkommunikation

Telefon +49 3681 362-664

 E-Mail E-Mail schreiben

Newsletter für Mitgliedsunternehmen Newsletter für das Ehrenamt Öffentlichkeitsarbeit Website Jahresempfang Public Relations MuT-Preis Presseanfrage Pressemitteilungen Medienkontakt Logo Südthüringer Wirtschaft