Wirtschaft wartet weiter auf die Trendwende

Konjunkturbericht Herbst 2026 für den Landkreis Schmalkalden-Meiningen

 

Die Wirtschaft im Landkreis Schmalkalden-Meiningen findet bislang nicht aus der Krise. Nach den Rückgängen der Wirtschaftsleistung in den Jahren 2023 und 2024 lassen auch die Ergebnisse der Konjunkturumfrage Herbst 2026 der Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen keine Trendwende erkennen. Zuletzt haben die Investitionsneigung und die Beschäftigungsdynamik erneut nachgelassen. Das verbesserte gesamtwirtschaftliche Umfeld in Deutschland eröffnet jedoch Chancen auf eine Belebung im kommenden Jahr. 

Nach Angaben der amtlichen Statistik ist das preisbereinigte Bruttoinlandsprodukt im Landkreis Schmalkalden-Meiningen 2023 und 2024 jeweils um drei Prozent gesunken. Der Konjunkturklimaindikator der IHK Südthüringen hat sich seither nicht wesentlich verändert und bewegt sich weiterhin auf einem niedrigen Niveau. Eine nachhaltige Erholung zeichnet sich damit bislang nicht ab. Im vergangenen Jahr gingen 1.657 Arbeitsplätze verloren, während die Zahl der Arbeitslosen um 74 Personen zunahm.

In der Herbstumfrage erreicht der Konjunkturklimaindikator 74,2 von 200 möglichen Punkten. Damit bleibt er deutlich unter der 100-Punkte-Marke, unterhalb derer die Krisensymptome überwiegen. Innerhalb des Landkreises erreicht Schmalkalden mit 80,5 Punkten den höchsten Wert. Es folgen Zella-Mehlis mit 80,2 Punkten und Meiningen mit 77,8 Punkten. Für Floh-Seligenthal ergibt sich mit 34,6 Punkten eine besonders schwache Einschätzung.

Berechnet wird der Indikator als geometrischer Mittelwert aus der Geschäftslage und den Erwartungen der Unternehmen. Derzeit bewerten 21 Prozent ihre Lage als gut, 47 Prozent als saisonüblich beziehungsweise befriedigend und 32 Prozent als schlecht. In den kommenden Monaten rechnen elf Prozent mit besseren und 39 Prozent mit unveränderten Geschäften. Jedes zweite Unternehmen erwartet dagegen eine Verschlechterung.

„Seit dem vierten Quartal 2025 haben sich Teile der deutschen Wirtschaft wieder besser entwickelt. Im Landkreis Schmalkalden-Meiningen erschweren insbesondere die Probleme der Automobilindustrie eine Erholung. Viele Zulieferer arbeiten mit Hochdruck daran, ihre Abhängigkeit von einzelnen Abnehmern zu verringern und neue Geschäftsfelder zu erschließen. Das verlangt erhebliche Anstrengungen und Investitionen, während die laufenden Geschäfte unter Druck stehen. Für einen dauerhaften Aufschwung müssen sich aber auch die Wettbewerbsbedingungen am Standort verbessern. Hohe Energiekosten und eine wachsende Abgabenlast schränken die unternehmerischen Spielräume ein. Es ist dringend angebracht diese Kosten zu senken und den Pflichtenkatalog abzubauen, damit die Betriebe aus eigener Kraft wieder wachsen können“, sagt Dr. Ralf Pieterwas, Hauptgeschäftsführer der IHK Südthüringen.

Die schwache Nachfrage belastet auch andere Branchen. Hohe Energieausgaben begrenzen die finanziellen Spielräume privater Haushalte. Für andere Waren und Dienstleistungen bleibt dadurch weniger Geld. Gleichzeitig erhöhen die Energiekosten den Preisdruck auf der Angebotsseite und erschweren es den Unternehmen, ihre Produkte zu wettbewerbsfähigen Preisen anzubieten.

Entsprechend nennen 67 Prozent der Unternehmen die Energiepreise als Risiko für ihre wirtschaftliche Entwicklung. 63 Prozent verweisen auf die Inlandsnachfrage. Für 55 Prozent zählen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen zu den wesentlichen Risiken. In den ergänzenden Antworten wird neben der Bürokratiebelastung auch die Langsamkeit politischer Entscheidungen kritisiert. Weitere Rückmeldungen betreffen die Abgabenbelastung und eine aus Sicht der Unternehmen unzureichende Industriepolitik des Bundes.

Die unsicheren Absatzperspektiven bremsen die Investitionsbereitschaft. In den kommenden Monaten planen 63 Prozent der Unternehmen entsprechende Ausgaben. Im Vordergrund stehen Ersatzinvestitionen. 17 Prozent wollen in kostensenkende Maßnahmen investieren, 14 Prozent in neue Produkte, Verfahren und Dienstleistungen.

Auch bei der Beschäftigung ist keine Belebung erkennbar. Während 76 Prozent der Unternehmen mit stabilen Mitarbeiterzahlen rechnen, erwarten 24 Prozent einen Personalrückgang.

 

Zur Information:

Die Angaben basieren auf einer repräsentativen Konjunkturumfrage der IHK Südthüringen, die vom 7. September bis 4. Oktober 2026 durchgeführt wurde. Zur IHK Südthüringen mit 25.000 Mitgliedsunternehmen gehören auch rund 8.500 Unternehmen aus dem Landkreis Schmalkalden-Meiningen. Den branchenmäßig größten Anteil stellen die 3.900 Dienstleister mit 17.200 Beschäftigten, gefolgt von 2.000 Handelsunternehmen mit 5.300 Beschäftigten. Zur Industrie gehören im Landkreis Schmalkalden-Meiningen 900 Unternehmen mit 11.600 Beschäftigten.

Den Konjunkturbericht finden Sie unter www.suhl.ihk.de/konjunktur.

 

 

Suhl, 26.10.2026

Dominik Konrad
Dominik Konrad
Referent Öffentlichkeitsarbeit | Mitgliederkommunikation

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