Autonomes Fahren als Chance für Thüringens Süden

IHK Südthüringen begrüßt Bundesförderung und fordert zügigen Praxiseinsatz

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen begrüßt den neuen Förderaufruf des Bundesverkehrsministeriums für Fahrzeuge mit autonomen Fahrfunktionen. Bis zu 14 Millionen Euro stehen insbesondere für Vorhaben im öffentlichen Personennahverkehr und im Güterkraftverkehr bereit. Aus Sicht der IHK muss die Förderung dazu beitragen, alltagstaugliche Angebote gerade auch in Regionen wie Thüringens Süden zu etablieren.

„Es ist richtig, dass autonomes Fahren besondere Aufmerksamkeit erfährt. Gerade abseits der großen Städte besteht großes Potenzial, die öffentliche Verkehrsanbindung zu verbessern. Wer auch ohne eigenes Auto zuverlässig zur Arbeit oder zum Arzt gelangt, kann seinen Lebensmittelpunkt leichter in seiner Heimatregion behalten, statt dem Urbanisierungstrend zu folgen. Damit kann autonome Mobilität dazu beitragen, die Lebensqualität der Flächenregionen zu erhalten und zu erhöhen. Daher ist es auch richtig, dass Thüringen landesweit zu einer Modellregion werden möchte“, sagt Dr. Ralf Pieterwas, Hauptgeschäftsführer der IHK Südthüringen.

Angesichts einer alternden Bevölkerung gewinnt eine verlässliche und praktikable Mobilität unabhängig vom eigenen Fahrzeug zusätzlich an Bedeutung. Zugleich können autonome Angebote helfen, Versorgungslücken zu schließen, die durch fehlendes Fahrpersonal oder Unwirtschaftlichkeit entstehen. Auch für den Güterverkehr eröffnet die Technologie Perspektiven, Transportkapazitäten trotz des Fahrermangels zu sichern.

Autonome Mobilität ist inzwischen mehr als ein Gegenstand der Forschung. In mehreren Städten der USA sind fahrerlose Fahrdienste bereits kommerziell im Einsatz. In München sollen in Kürze erste Kartierungs- und Testfahrten beginnen. Bis Ende 2027 strebt der US-Anbieter Waymo dort einen kommerziellen fahrerlosen Fahrdienst an. Die Entwicklung steht damit unmittelbar vor dem Regelbetrieb.

„Entscheidend ist, dass aus Pilotprojekten dauerhaft nutzbare Angebote werden. Die Politik ist angehalten, dafür praktikable Genehmigungsverfahren zu gewährleisten und Auflagen zu vermeiden, die den Einsatz erschweren oder verteuern. Dazu gehört auch das schnelle Vorankommen beim Ausbau leistungsfähiger Mobilfunknetze. Für die Kommunikation zwischen autonomen Fahrzeugen und der technischen Aufsicht müssen zuverlässige Datenverbindungen gewährleistet sein. Nun sind auch unsere Verkehrsunternehmen und unsere Landkreise in ihrer Eigenschaft als ÖPNV-Aufgabenträger aufgerufen, jetzt Fördermöglichkeiten zu prüfen und Einsatzfelder zu erschließen. Thüringens Süden muss von diesen Möglichkeiten profitieren und sollte Vorreiter werden“, betont Dr. Ralf Pieterwas.

 

Suhl, 02.09.2026

Dominik Konrad
Referent Öffentlichkeitsarbeit | Mitgliederkommunikation

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