Jahresempfang der Wirtschaft 2026
Südthüringer Unternehmer zeigen, wer Verantwortung unternimmt
Unter dem Leitgedanken „Wir unternehmen das“ hat die Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen am Mittwochabend ihren diesjährigen Jahresempfang der Wirtschaft ausgerichtet. Rund 400 Gäste aus Wirtschaft und Politik sowie Wissenschaft und Gesellschaft kamen im Congress Centrum Suhl zusammen.
Die deutsche Wirtschaft besteht aus mehr als drei Millionen Unternehmen. Sie schaffen Arbeitsplätze und bilden junge Menschen aus. Ihre Investitionen tragen das wirtschaftliche Fundament des Landes. Hinter diesen Leistungen stehen Unternehmer, die durch ihre Schaffenskraft neue Chancen erkennen und generieren. Sie treffen Entscheidungen und stehen für deren Folgen ein. Die Kampagne „Wir unternehmen das“ macht diese Haltung und die Rolle des unternehmerischen Engagements sichtbar. Daran knüpft die IHK Südthüringen an und nutzt den diesjährigen Jahresempfang als Auftakt für ihre Beteiligung an der bundesweiten Initiative der IHK-Organisation.
„Wohlstand entsteht nicht in realitätsfernen ministerialen Strategiepapieren oder einem System moralischen Hochmuts. Er entsteht in den Werkhallen, Büros und Geschäften unserer Unternehmen. Dort handeln Menschen auf eigenes Risiko, übernehmen Verantwortung für ihre Beschäftigten und investieren in eine Zukunft, deren Verlauf niemand garantieren kann. Dieser tägliche Mut wird viel zu oft als selbstverständlich betrachtet und durch immer neue Regelungen eingeschränkt. Mit „Wir unternehmen das“ geben wir diesem Mut ein Gesicht“, erklärt Torsten Herrmann, Präsident der IHK Südthüringen.
Die Kampagne versteht sich als Mitmachinitiative. Im Mittelpunkt stehen keine anonymen Unternehmensmarken oder abstrakten Kennzahlen, sondern reale Unternehmerpersönlichkeiten aus allen Branchen. Über die Plattform www.wir-unternehmen-das.de können Betriebe eigene Kampagnenmotive erstellen und über ihre Kommunikationskanäle verbreiten. Die IHK Südthüringen wird die Initiative in den kommenden Monaten mit Beispielen aus Thüringens Süden begleiten und lädt ihre Mitgliedsunternehmen zur Beteiligung ein.
„Wirtschaft ist keine anonyme Größe. Sie hat Namen, Gesichter und Lebensgeschichten. Gerade in Südthüringen gibt es zahlreiche Unternehmerpersönlichkeiten, die auch unter schwierigen Bedingungen Kurs halten und Verantwortung für unsere Region übernehmen. Sie warten nicht darauf, dass andere ihre Aufgaben lösen. Sie unternehmen etwas. Genau diese Haltung wollen wir stärker in das öffentliche Bewusstsein rücken“, sagt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Ralf Pieterwas.
Der selbstbewusste Blick auf unternehmerische Leistung darf jedoch nicht mit einer Beschönigung der wirtschaftlichen Lage verwechselt werden. Die anhaltende Wachstumsschwäche und die hohen Standortkosten setzen viele Betriebe unter Druck. Umso wichtiger sind der Mut zu Wachstumsreformen und neues Vertrauen in die Soziale Marktwirtschaft.
„Unternehmer brauchen keine staatlich verordnete Zuversicht. Wir wissen um unsere Verantwortung. Was wir brauchen, ist Freiheit, Planungssicherheit und eine Politik, die unternehmerische Initiative durch gute Standortbedingungen fördert. Machen lassen, dann werden Unternehmer das tun, was sie am besten können: Sie handeln. Daher immer wieder der Appell an die Politik: handeln Sie endlich in diesem Sinne für die Wirtschaft und für die Arbeitnehmer. Wir unternehmen das muss auch in der Politik zum Motto werden“, betont Torsten Herrmann.
Wie viel wirtschaftliche Kraft selbst unter schwierigen Bedingungen entstehen kann, zeigte die Festrede von Grisha Alroi-Arloser. Der langjährige Geschäftsführer der Israelisch-Deutschen Industrie- und Handelskammer gab Einblicke in die israelische Innovations- und Start-up-Kultur sowie in die enge Verbindung von Wissenschaft und Unternehmertum. Israel zeigt, wie aus Ideen rasch marktfähige Anwendungen entstehen können, wenn Erfindergeist auf Risikobereitschaft trifft. Davon kann auch Thüringen lernen. Der Freistaat verfügt über eine leistungsfähige Forschungslandschaft und einen industriell geprägten Mittelstand.
Der Jahresempfang setzt damit ein bewusst zuversichtliches Signal: Die wirtschaftlichen Herausforderungen sind erheblich, doch die Fähigkeit, sie zu bewältigen, ist vorhanden. Sie liegt in den Unternehmen und bei den Menschen, die Verantwortung nicht nur einfordern, sondern selbst übernehmen.
Suhl, 17.09.2026
+49 3681 362-664