Staatliche Belastungen als Kostentreiber

Konjunkturbericht zum Jahresbeginn 2026 der IHK Südthüringen für den Landkreis Hildburghausen

Erfolgreiche unternehmerische Tätigkeit besteht darin, Arbeit, Kapital und Wissen effizient zu kombinieren, um wirtschaftliche Erträge zu erzielen. Nach Einschätzung vieler Betriebe nimmt jedoch der zeitliche Aufwand für die Erfüllung gesetzlicher Dokumentations- und Nachweispflichten sowie weiterer administrativer Anforderungen weiter zu. Dies tritt insbesondere in Phasen geringerer Auslastung noch deutlicher zutage. Darauf weisen die Rückmeldungen aus dem Landkreis Hildburghausen im Rahmen der Konjunkturumfrage zum Jahresbeginn 2026 der Industrie- und Handelskammer (IHK) Südthüringen hin.

Die Unternehmen sehen sich zunehmend durch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen belastet. 68 Prozent berichten von einem Mangel an Nachfrage. Dieser wird sowohl auf die allgemeine konjunkturelle Lage als auch auf steigende Produktionskosten zurückgeführt, die über höhere Preise weitergegeben werden müssen. 63 Prozent nennen die Arbeitskosten als Risikofaktor; hier wirkten sich die Mindestlohnerhöhung sowie steigende Lohnnebenkosten zu Beginn dieses Jahres aus. 67 Prozent verweisen auf die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen.

„Wenn Unternehmen wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen kritisieren, beziehen sie sich häufig auf bürokratische Anforderungen. Zwar wird das Thema gerne verbal durch die politischen Entscheider aufgegriffen, die praktische Umsetzung von Entlastungen wird jedoch als begrenzt wahrgenommen. Im Zusammenhang mit dem Bürokratieentlastungsgesetz IV hatten die IHKs und weitere Verbände 442 konkrete Vorschläge eingebracht. Davon wurden 28 vollständig und 37 teilweise umgesetzt. Ein erheblicher Teil regulatorischer Vorgaben geht zudem auf die europäische Ebene zurück. Dort wurde 2025 eine Verwaltungsvereinfachung angekündigt. Gleichzeitig traten im selben Jahr 1.456 neue Rechtsakte in Kraft, deren Umsetzung in den Unternehmen weitere Ressourcen bindet und neue Kosten verursacht“, erläutert Dr. Ralf Pieterwas, Hauptgeschäftsführer der IHK Südthüringen.

Aktuell bewerten 64 Prozent der Unternehmen ihre Geschäftslage als schlecht, während zehn Prozent eine positive Entwicklung verzeichnen. Für die kommenden Monate erwarten 17 Prozent bessere Geschäfte, 52 Prozent rechnen hingegen mit einer weiteren Verschlechterung. Der Konjunkturklimaindikator erreicht 55,0 von 200 möglichen Punkten. Damit entspricht er dem Wert vom Herbst 2025. Vor einem Jahr lag er bei 50,6 Punkten.

In der anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Situation konzentrieren sich viele Unternehmen auf Stabilisierung und Bestandssicherung. Vor diesem Hintergrund planen lediglich 44 Prozent der Betriebe in diesem Jahr Investitionen. Auch im Personalbereich überwiegt Zurückhaltung. Die demografische Entwicklung mit einer steigenden Zahl an Renteneintritten wirkt dabei dämpfend auf die Beschäftigtenzahlen. Acht Prozent der Unternehmen erwarten bis zum Jahresende einen Personalaufbau, während 43 Prozent von einem Rückgang der Mitarbeiterzahl ausgehen.

 

Zur Information:

Basis der Angaben ist eine repräsentative Konjunkturumfrage der IHK Südthüringen, die vom 16. Dezember 2025 bis 18. Januar 2026 durchgeführt wurde. Zur IHK Südthüringen mit 25.500 Mitgliedsunternehmen gehören auch ca. 4.100 Unternehmen aus dem Landkreis Hildburghausen. Den branchenmäßig größten Anteil stellen die 1.800 Dienstleister mit 7.200 Beschäftigten, gefolgt von 900 Handelsunternehmen mit 1.800 Beschäftigten. Zur Industrie gehören im Landkreis Hildburghausen 350 Unternehmen mit 5.900 Beschäftigten.

Suhl, 16. Februar 2026

Dominik Konrad
Referent Öffentlichkeitsarbeit | Mitgliederkommunikation

Telefon +49 3681 362-664

 E-Mail E-Mail schreiben

Newsletter für Mitgliedsunternehmen Newsletter für das Ehrenamt Öffentlichkeitsarbeit Website Jahresempfang Public Relations MuT-Preis Presseanfrage Pressemitteilungen Medienkontakt Logo Südthüringer Wirtschaft