Jetzt beantragen: Corona-Überbrückungshilfe

Für besonders hart von der Corona-Pandemie betroffene Unternehmen gibt es eine sog. Überbrückungshilfe. Anträge können durch die Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vereidigten Buchprüfer gestellt werden. 

Nach dem 9. Oktober 2020 ist keine rückwirkende Beantragung mehr für die Monate Juni bis August möglich.

Kleine und mittlere Unternehmen und Organisationen sowie Solo-Selbstständige und Angehörige der Freien Berufe, die sich nicht für den Wirtschaftsstabilisierungsfonds qualifizieren, können für die Monate Juni bis August 2020 maximal 150.000 Euro erhalten. Die Überbrückungshilfe löst die Corona-Soforthilfe ab, die im Mai 2020 ausgelaufen ist.

Seit dem 11. August ist eine wichtige Thüringer Ergänzung des Bundesprogramms in Kraft getreten: Danach sind besonders betroffene Dienstleistungsbranchen (wie z.B. das Hotel- und Beherbergungsgewerbe, das Gastgewerbe, die Reise- und Veranstaltungsbranche, Resebüros, Reiseveranstalter, Messe-, Ausstellungs- und Kongressveranstalter, Sportdienstleister, sonstige Unterhaltungs- und Erholungsdienstleister, Saunas, Solarien, Bäder etc.) bereits ab einem Umsatzrückgang von 30 Prozent in den Monaten Juni bis August förderfähig. Auch diese zusätzlichen Landeshilfen für Soloselbständige und das Dienstleistungsgewerbe werden mit der verlängerten Antragsfrist für die Überbrückungshilfe (9. Oktober 2020) synchronisiert.

Beantragt werden kann die Überbrückungshilfe über ein vom BMWi eingerichtetes und betreutes Portal. Unter www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de können sich seit dem 8. Juli Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer registrieren, die für die Unternehmen die Anträge einreichen müssen. Falls Sie noch kein Steuerbüro haben, können Sie über die Steuerberaterkammer nach einem Berater recherieren.

Zuständig für die Durchführung sind die Länder. In Thüringen werden die Anträge von der Thüringer Aufbaubank bearbeitet und ausgezahlt.

Nach dem 9. Oktober gilt das Programm Corona-Überbrückungshilfe II, mit der die Unterstützung für von der Corona-Pandemie betroffene Unternehmen bis Ende 2020 fortgeführt wird.

Nachfolgend finden Sie einen Vorab-Check, mit dem Sie in drei Schritten herausfinden, ob und ggf. wie viel Hilfe Sie beantragen können.

Darüber hinaus beantworten wir Fragen zur Zielgruppe der Überbrückungshilfen sowie zu Fördervoraussetzungen und -höhe.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Website der Überbrückungshilfe.



Wer kann die Überbrückungshilfen beantragen?

Antragsberechtigt sind kleine und mittelständische Unternehmen und Organisationen aus allen Wirtschaftsbereichen, Soloselbstständige, selbstständige Angehörige der Freien Berufe im Haupterwerb, gemeinnützige Unternehmen und Organisationen, die dauerhaft wirtschaftlich am Markt tätig sind und die sich nicht für den Wirtschaftsstabilisierungsfonds qualifizieren.

Der Wirtschaftsstabilisierungsfond richtet sich an Unternehmern, die in den letzten beiden bereits bilanziell abgeschlossenen Geschäftsjahren vor dem 1. Januar 2020 mindestens zwei der drei folgenden Kriterien erfüllt haben:

a) eine Bilanzsumme von mehr als 43 Millionen Euro,
b) mehr als 50 Millionen Euro Umsatzerlöse sowie
c) mehr als 249 Arbeitnehmer im Jahresdurchschnitt.

Quelle: BMWi


Welche Voraussetzungen gibt es für die Beantragung?

Voraussetzung ist, dass die Geschäftstätigkeit vollständig oder zu wesentlichen Teilen in Folge der Corona-Pandemie eingestellt wurde. Das wird angenommen, wenn der Umsatz in den Monaten April und Mai 2020 zusammengenommen um mindestens 60 Prozent gegenüber April und Mai 2019 eingebrochen ist.
Die Überbrückungshilfe wird dann als anteiliger Zuschuss zu den betrieblichen Fixkosten gezahlt, sofern die Umsatzausfälle weiterhin (Juni bis August) mindestens 40 Prozent betragen.

Bei Unternehmen, die nach April 2019 gegründet worden sind, sind statt der Monate April und Mai 2019 die Monate November und Dezember 2019 zum Vergleich heranzuziehen.

Besonders betroffene Dienstleistungsbranchen (wie z.B. das Hotel- und Beherbergungsgewerbe, das Gastgewerbe, die Reise- und Veranstaltungsbranche, Resebüros, Reiseveranstalter, Messe-, Ausstellungs- und Kongressveranstalter, Sportdienstleister, sonstige Unterhaltungs- und Erholungsdienstleister, Saunas, Solarien, Bäder etc.) sind seit dem 11. August 2020 bereits ab einem Umsatzrückgang von 30 Prozent in den Monaten Juni bis August förderfähig. Die Umsatzschwelle des Bundes wird damit für diese Branchen aus Landesmitteln um zehn Prozentpunkte abgesenkt. Dafür stehen bis zu 65 Millionen Euro zur Verfügung. Anträge von Unternehmen aus diesen Branchen, die bereits vorliegen, werden nun automatisch nach dieser Regelung bearbeitet.

 

Der Antragsteller darf sich am 31. Dezember 2019 gemäß EU-Definition nicht in Schwierigkeiten befunden haben.

Quelle: BMWi


Wie hoch ist die Förderung?

Die Überbrückungshilfe ist ein Zuschussprogramm mit einer Laufzeit von drei Monaten. Die Förderung betriftt die Monate Juni, Juli und August 2020. Die Überbrückungshilfe gewährt in diesem Zeitraum einen nicht-rückzahlbaren Zuschuss in Höhe von:

  • 80 Prozent der Fixkosten bei mehr als 70 Prozent Umsatzeinbruch
  • 50 Prozent bei Einbruch zwischen 50 und 70 Prozent
  • 40 Prozent bei Einbruch zwischen 40 und unter 50 Prozent

Bei Unternehmen, die zwischen dem 1. Juni 2019 und dem 31. Oktober 2019 gegründet worden sind, sind die Monate Dezember 2019 bis Februar 2020 zum Vergleich heranzuziehen. Die Berechnung wird dabei jeweils für jeden Monat einzeln vorgenommen. Liegt der Umsatzeinbruch in einem Fördermonat bei weniger als 40 Prozent gegenüber dem Vergleichsmonat, entfällt die Überbrückungshilfe für den jeweiligen Fördermonat.

Zudem gilt:

  • Die maximale Förderung beträgt 150.000 Euro für drei Monate.
  • Bei Unternehmen bis zu fünf Beschäftigten beträgt der maximale Erstattungsbetrag 9.000 Euro für drei Monate.
  • Bei Unternehmen bis zu zehn Beschäftigten beträgt der maximale Erstattungsbetrag 15.000 Euro für drei Monate.
  • In begründeten Ausnahmefällen – Kleinunternehmen mit sehr hohen Fixkosten – können diese Höchstbeträge überschritten werden.
  • Unternehmerlohn ist nicht förderfähig.
  • Soloselbständige, die die Zugangsvoraussetzungen gemäß Richtlinie erfüllen und die Umsatzrückgänge für eine anteilige Fixkostenerstattung erreichen, erhalten zusätzlich einen Zuschuss zu den Lebenserhaltungskosten in Höhe von 1.180 Euro monatlich für maximal zwei Monate im Geltungszeitraum Juni bis August 2020 dieser Richtlinie.

Quelle: BMWi, TAB


Wie laufen die Antragstellung und die Abrechnung ab?

Es handelt sich um ein digitales, zweistufiges Antragsverfahren durch Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer. Hier wird die Registrierung erklärt.

Zuständig für die Durchführung sind die Länder.

  • Stufe 1: Glaubhaftmachung der Antragsvoraussetzungen und der erstattungsfähigen Fixkosten,
  • Stufe 2: nachträglicher Nachweis - nach Programmende findet eine Soll-Ist-Abrechnung statt. Bei Abweichung der tatsächlichen Umsätze von der Prognose sind zu viel gezahlte Zuschüsse zurückzuzahlen oder werden nachträglich aufgestockt.

Quelle: BMWi


Wird die Überbrückungshilfe fortgesetzt?

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und das Bundesministerium der Finanzen haben sich darauf verständigt, wie das Programm "Überbrückungshilfe () fortgeführt werden soll. Die Corona-Überbrückungshilfe II deckt den Zeitraum September bis Dezember 2020 und wurde erheblich nachgebessert:

  • Flexibilisierung der Eintrittsschwelle: Zur Antragstellung berechtigt sind künftig Antragsteller, die entweder einen Umsatzeinbruch von mindestens 50 % in zwei zusammenhängenden Monaten im Zeitraum April bis August 2020 gegenüber den jeweiligen Vorjahresmonaten oder einen Umsatzeinbruch von mindestens 30 % im Durchschnitt in den Monaten April bis August 2020 gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichnet haben.
  • Streichung der KMU-Deckelungsbeträge von 9.000 bzw. 15.000 Euro: Unternehmen können jetzt unabhängig von der Unternehmensgröße eine Förderung von bis zu 50.000 Euro pro Monat, maximal also 200.000 Euro, erhalten
  • Erhöhung der Fördersätze. Künftig werden erstattet
    • 90 % der Fixkosten bei mehr als 70 % Umsatzeinbruch (bisher 80 % der Fixkosten),
    • 60 % der Fixkosten bei einem Umsatzeinbruch zwischen 50 % und 70 % (bisher 50 % der Fixkosten) und
    • 40 % der Fixkosten bei einem Umsatzeinbruch von mehr als 30 % (bisher bei mehr als 40 % Umsatzeinbruch).
  • Die Personalkostenpauschale von 10 % der förderfähigen Kosten wird auf 20 % erhöht.
  • Bei der Schlussabrechnung sollen künftig Nachzahlungen ebenso möglich sein wie Rückforderungen.

Damit werden zentrale Empfehlungen von DIHK, IHKs und Unternehmen erfüllt. Das Finanzministerium informiert hier.

Tilo Werner
Tilo Werner

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