Tipps für Ausbilder

Ausbildungsqualität sichern – Checkliste für Betriebe

Eine hochwertige Ausbildung wird zum Vorteil im Wettbewerb um den Fachkräftenachwuchs – gerade im Hinblick auf die demografische Entwicklung und dem Trend zum Hochschulstudium. Die IHK steht Ihnen beratend zur Seite, um die Qualität in Ihrer Ausbildung zu stärken.

Zur Klärung der Eignung bzw. Ausbildungsberechtigung Ihres Betriebs für die Ausbildung in einem bestimmten Beruf, sollten Sie rechtzeitig vor Abschluss eines Ausbildungsvertrages Kontakt mit Ihrer zuständigen Industrie- und Handelskammer aufnehmen.

Wir empfehlen Ihnen als Mitgliedsunternehmen, Ihre Lehrstellenangebote oder Angebote von Dualen Studienplätzen und Praktikumsangeboten kostenlos auf der Lehrstellenbörse der IHK Südthüringen zu veröffentlichen. Die ausgeschriebenen Stellen werden automatisch auf die Lehrstellenbörse der Jugendkampagne www.t-wood.de und auf Wunsch auf die Digitalen Schwarzen Bretter in Südthüringer Gymnasien gestreut. Zudem empfehlen die Ausbildungsberater/innen Ihre eingetragenen Lehrstellen bei ihrer Beratung von Ausbildungssuchenden und deren Eltern direkt weiter. Die Lehrstellenbörse wird in allen Projekten im Rahmen des Ausbildungsmarketings beworben. 

Lassen Sie die abgeschlossenen Ausbildungsverträge durch die IHK mit einer Eintragungsbestätigung genehmigen. Mit der Eintragung wird unter anderem gewährleistet, dass Ihre Azubis rechtzeitig zu den Prüfungen eingeladen werden.

 

Beachten Sie die entsprechenden Gesetze wie das Berufsbildungsgesetz und ggf. tarifvertragliche Regelungen. Bei Jugendlichen unter 18 Jahren ist das Jugendarbeitsschutzgesetz und ab 18 Jahren das Arbeitszeitgesetz zu berücksichtigen.

Die Ausbildungsordnungen legen in Deutschland die bundeseinheitlichen Standards für die betriebliche Ausbildung fest. Dabei regelt die Ausbildungsordnung die sachliche und zeitliche Gliederung der Ausbildung und sind Grundlage der betrieblichen Ausbildungspläne. Die Ausbildungsordnung und die dazu gehörige sachlich-zeitliche Gliederung des jeweiligen Ausbildungsberufs gibt Ihnen eine gute Orientierung, welche Inhalte während der Ausbildungszeit vermittelt werden müssen. 

Auszubildende müssen für den Besuch der Berufsschule freigestellt werden. Die genaue Regelung hierzu finden Sie in § 15 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG).

Die Anmeldung von Azubis in der Berufsschule erfolgt durch das Ausbildungsunternehmen. In der Regel haben Berufsschulen jeweils ihr eigenes Anmeldeformular. Sie können gerne auch das Formular der IHK Südthüringen nutzen.

Der Ausbildungsnachweis (Berichtsheft) ist vom Azubi während der Ausbildungszeit zu führen und sollte vom Ausbilder regelmäßig, mindestens einmal im Monat, geprüft werden. Nähere Informationen finden Sie hier.

 

Jede wichtige Veränderung des eingetragenen Ausbildungsverhältnisses (bspw. auch der Wechsel des Ausbilders oder des Ausbildungsortes) ist der IHK unverzüglich anzuzeigen.

Überstunden sind nur im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen für Azubis möglich. Sollten Überstunden und Mehrarbeit anfallen, so sollten sie vergütet oder durch zeitnah durch Freizeit ausgeglichen werden.

Die Ausbildungsvergütung ist regelmäßig und stets zum gleichen Monatstermin in voller Höhe zu zahlen. Bitte beachten Sie dass Ausbildende die Vergütung für den laufenden Kalendermonat spätestens am letzten Arbeitstag des Monats zu zahlen haben (§18 BBiG).

Zudem ist zu beachten, dass es seit dem 1. Januar eine Mindestausbildungsvergütung gibt.

Der Urlaubsanspruch ist im Jugendarbeitsschutzgesetz (JArbSchG) und im Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) geregelt. Das Jugendarbeitsschutzgesetz ist als Rechtsgrundlage für die Gewährung des gesetzlichen Mindesturlaubs zu berücksichtigen, wenn der Auszubildende zu Beginn des Kalenderjahres das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat.

Das Bundesurlaubsgesetz gilt für alle Arbeitnehmer sowie für Auszubildende als Mindestregelung, die zu Beginn des Kalenderjahres das 18. Lebensjahr bereits vollendet haben. Der Jahresurlaub beträgt mindestens 24 Werktage* beziehungsweise 20 Arbeitstage** (§ 3 BUrlG). Beginnt das Ausbildungsverhältnis am 1. August oder später, ist der Urlaubsanspruch je nach zugrunde liegender Regelung zu Zwölfteln. Bruchteile von mindestens einem halben Tag werden aufgerundet (§ 5 Abs. 2 BUrlG).

Übersicht Urlaubsanspruch Auszubildende:

AuszubildendeWerktage*Arbeitstage*
unter 16 Jahrenmindestens 30 Werktage mindestens 25 Arbeitstage
unter 17 Jahrenmindestens 27 Werktage mindestens 23 Arbeitstage
unter 18 Jahrenmindestens 25 Werktage mindestens 21 Arbeitstage
ab 18 Jahrenmindestens 24 Werktagemindestens 20 Arbeitstage

 

Nutzen Sie gerne auch den IHK-Urlaubsrechner.

Sofern der Ausbildungsbetrieb eine tarifliche Regelung zugrunde legt, ist diese anzuwenden.


Achtung: Bei Ausbildungsbeginn vor dem 1. Juli oder Ausbildungsende nach dem 30. Juni hat der Auszubildende gemäß § 5 Abs. 1c BUrlG mindestens den vollen gesetzlichen Urlaubsanspruch von 24 Werktagen (20 Arbeitstagen).

Bei einer zwei- oder dreijährigen Ausbildung, die am 1. August oder 1. September beginnt und die nicht verkürzt wird, hat der Auszubildende im letzten Ausbildungsjahr den vollen Urlaubsanspruch.


*Werktage sind alle Tage, außer Sonntage und Feiertage, von Montag bis Samstag (Sechs-Tage-Woche).
**Arbeitstage sind die Wochentage von Montag bis Freitag (Fünf-Tage-Woche)

Azubis sollen einen angemessenen und von Respekt geprägten Umgangston erfahren. Als Ausbilder/-in sollen Sie sie vor Geringeschätzung, Herabwürdigung und Übergriffen schützen.

Azubis sollen keine berufsfremden Tätigkeiten ausüben!

Alle erforderlichen Ausbildungsmittel, insbesondere Fachliteratur, Werkzeuge und Werkstoffe, müssen dem Auszubildenden kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

Azubis dürfen keinen körperlichen und seelischen Gefahren ausgesetzt werden. Die Sicherheitsbestimmungen im Unternehmen müssen uneingeschränkt eingehalten werden.

Um Ausbildungsabbrüche zu verhindern, sollten im Umgang mit förderbedürftigen Jugendlichen Programme und Schulungen in Anspruch genommen werden. Die IHK berät Sie gerne hierzu.

Besonders leistungsfähige Azubis sollten mit weiteren Anreizen, wie z.B. Auslandsaufenthalten oder der Erwerb von Zusatzqualifikationen gefördert werden.

Bei Beendigung des Ausbildungsverhältnisses müssen Sie den Auszubildenden ein Zeugnis ausstellen. Wenn der Ausbildende nicht direkt der Ausbilder ist, sondern für die Ausbildung Ausbilder eingesetzt wurden, dann sollte das Zeugnis auch vom Ausbilder unterschrieben werden.

Das Zeugnis muss Angaben zu Art, Dauer und Ziel der Ausbildung sowie über die erworbenen Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten des Auszubildenden enthalten. Auf Verlangen der Auszubildenden sind auch Angaben über Verhalten und Leistung aufzunehmen. Siehe auch § 16 BBiG.

Perspektiven aufzeigen

Perspektiven und Entwicklungsmöglichkeiten für nach der Ausbildung sollten aufgezeigt werden.

Bei Problemen und Unstimmigkeiten während der Ausbildung, wenden Sie sich bitte an die Ausbildungsberater/-innen Ihrer IHK. Weitere Informationen finden Sie hier.

 

 

Anja Boller
Anja Boller
Abteilungsleiterin Aus- und Weiterbildung

Telefon +49 3681 362-151

 E-Mail boller@suhl.ihk.de

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