Marktchancen und Geschäftspotenziale

Der Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft ist aktuell ein Wachstumsmarkt, aber kein neuer. Jedes sechste deutsche Industrieunternehmen ist laut einer Sonderauswertung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) im April 2026, über die die WirtschaftsWoche berichtet, mittlerweile in die Wertschöpfungskette der Rüstungsindustrie eingebunden.

Aufgrund steigender Verteidigungsausgaben auf nationaler und europäischer Ebene ergeben sich damit Chancen, auch für kleinere und und mittlere Unternehmen (KMU). Der Markt selber ist durch Stabilität, Planbarkeit und Wachstum geprägt, basierend auf langfristig angelegte Investitionsprogrammen, mehrjährigen Verträgen und einem aktuell hohen Bedarf an industriellen und technologischen Lösungen. Auch wenn die Verteidigungswirtschaft von dominanten Playern beherrscht ist, ist der Markt nicht nur großen Konzernen vorbehalten. 

Der Einstieg als Zulieferer in bestehende Wertschöpfungsketten ist möglich, aber nicht einfach. 

Vor allem durch Spezialisierung auf Nischen und Technologien ist noch Raum für neue Lieferanten. Neben dem direkten Einstieg über die Vergabeprozesse der öffentlichen Autraggeber ist der Weg über die Kooperationen mit größeren Industriepartnern sinnvoll. Der Einstieg ist aber nicht einfach, da diese auch bereits Bestandslieferanten und Partner haben, die mit dem Wachstum mitwachsen.

Mehr denn je sind vor allem belastbare und vertrauensvollen Partnerschaften der Schlüssel zum Erfolg. Besonders gefragt sind flexible und innovative Mittelständler, die mit ihren Technologiefeldern und Dienstleistungen entweder Lücken schließen, ein hohes Potenzial für Innovationen haben oder Produktionsengpässe füllen können.

Zentrale Wachstumsbereiche sind:

  • Cybersecurity & IT-Sicherheit
  • Künstliche Intelligenz (KI)
  • Sensorik, Elektronik und Kommunikationstechnologien
  • Drohnen- und autonome Systeme
  • Luft- und Raumfahrttechnologien

Viele dieser Bereiche sind Dual-Use-Anwendungsfelder, somit zivil und militärisch nutzbar, was Abhängigkeiten und Risiken für Investitionen minimiert und die Absatzchancen vergrößert. KMU, die den Technologietransfer verstehen, können bestehende Kompetenzen nutzen, um den Einstieg zu realisieren. 

Unternehmen können häufig vorhandene Stärken übertragen, beispielsweise und auf jeden Fall nicht vollständig:

  • Automotive → Systementwicklung für Drohnen- und autonome Systeme, Luft- und Raumfahrttechnologie aber auch  Infrastruktur und Zivilschutz, etc.
  • Maschinenbau → Produktion von Rüstungsgütern, Verbrauchsgüter des Zivilschutzes, Anlagentechnik, Infrastruktur
  • IT → Cybersecurity, KI
  • Elektronik, Sensorik → Sensorik, Elektronik und Kommunikationstechnologien
  • Logistik → militärische Versorgung / zivilschutzrelevante Versorgung

Der Einstieg erfolgt oft nicht durch Neugründung, sondern durch Weiterentwicklung bestehender Kompetenzen und wo sinnvoll Integration in die Produktketten anderer Lieferanten. 

Der Zugang zu neuen Märkten kann über verschiedene Wege erfolgen:

  • öffentliche Auftraggeber (z. B. Ministerien, Bundesamt für Beschaffung,EU, NATO, Landesbehörden aber auch Landkreise und Kommunen)
  • internationale Märkte und Kooperationen
  • langfristige Partnerschaften mit Industrieunternehmen

Unternehmen sollten mitbringen:

  • technologische Kompetenz und Innovationsfähigkeit
  • Bereitschaft zur Zusammenarbeit in Netzwerken
  • Verständnis für regulatorische Anforderungen, speziell für die Besonderheiten der öffentlichen Auftraggeber (z.B. langwierige Zertifizierungen und Sicherheitsüberprüfungen) und der Beschaffung über Vergabeprozesse
  • langfristige strategische Ausrichtung und Durchhaltefähigkeit

Erfolgreich ist, wer strategisch und partnerschaftlich vorgeht und den Markt der Sicherheits- und Verteidigungswirtschaft als zusätzliche Chance sieht und nicht nur als Kompensation wegfallender Marktanteile im Kerngeschäft.


Die Angebote für unsere Mitglieder:

Chancenidentifikation

  • Analyse von Marktpotenzialen für Unternehmen
  • Identifikation passender Geschäftsfelder

Strategische Beratung

  • Unterstützung bei der Positionierung im Markt
  • Bewertung von Einstiegsmöglichkeiten

 Netzwerk & Kooperation

  • Vermittlung zu Industriepartnern und Clustern
  • Zugang zu regionalen und überregionalen Netzwerken

Förderberatung

  • Unterstützung bei der Suche nach Förderprogrammen
  • Begleitung von Innovationsprojekten

Marktzugang

  • Erstinformationen zu öffentlichen Auftraggebern
  • Orientierung zu Beschaffungsprozessen

Technologietransfer

  • Unterstützung bei der Übertragung bestehender Kompetenzen
  • Vernetzung mit Forschungseinrichtungen

Informationen vom Marktverständnis bis zum -einstieg

Gesamtverteidigung und Einordnung

Grundlagen, Begriffe und Rolle der Wirtschaft im sicherheitspolitischen Kontext

Aktuelle Sicherheitslage und Trends

Geopolitische Entwicklungen, „Zeitenwende“ und technologische Trends

Rolle der Wirtschaft

Warum Unternehmen systemrelevant sind und welche Aufgaben sie übernehmen

Einstieg in die Verteidigungswirtschaft

Wege in den Markt, Vergabeverfahren und erste Schritte

Netzwerke, Cluster & Kooperationen

Partner, Initiativen und regionale sowie internationale Netzwerke

Resilienz & Sicherheit im Unternehmen

Cybersicherheit, Notfallplanung und Schutz vor Risiken

Recht, Regulierung & Rahmenbedingungen

Gesetze, Anforderungen und Compliance im Sicherheitskontext


Kamill Wolny
Referent Innovation | Transfer | Verteidigungswirtschaft

Telefon +49 3681 362-661

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Tilo Werner
Abteilungsleiter Innovation und Umwelt | International

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